Rykena/Jüngst «Sense of Wonder»
In Andrei Tarkowskis Filmklassiker «Stalker» (1979) wird eine sogenannte «Zone» beschrieben: Eine abgeriegelte Gegend, in der die Naturgesetze sich verändert haben, möglicherweise nach einer Katastrophe oder nach dem Besuch von Außerirdischen. Klar ist: Die Zone ist gefährlich. Und die Artefakte in der Zone sind von hohem Wert.
Im Zentrum befindet sich ein Raum, in dem einem angeblich alle Wünsche erfüllt werden, zwei Abenteurer möchten diesen Raum aus unterschiedlichen Gründen erreichen, nehmen dafür die Dienste des ortskundigen Titelhelden in Anspruch – und werden mit tiefgehenden philosophischen Fragen konfrontiert.
Diese Fragen tauchen in «Sense of Wonder» von den hochgerühmten Carolin Jüngst und Lisa Rykena nicht auf, davon abgesehen ist die Grundsituation aber vergleichbar. Auch bei der Uraufführung im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel gibt es eine Zone, es gibt Menschen, die dort einen Sehnsuchtsort vermuten («Das Wunder ist Antrieb, Sehnsucht, Prophezeiung, möglicherweise eine Fata Morgana», heißt es im Programmzettel), es bildet sich eine Reisegruppe, die neben den beiden Choreograf*innen aus Sarah Lasaki und Andromeda Gervásio besteht, also konsequent divers aufgestellt ...
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Tanz Juli 2023
Rubrik: Kalender, Seite 36
von Falk Schreiber
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