Roman

Bronislava Nijinska

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Sie war «solide, erdverbunden, aus schwerem Lehm, nicht aus Glas». Kein Wunder, dass sie lange Zeit nur «Die Schwester des Tänzers» war, wie der Roman von Eva Stachniak in der deutschen Übersetzung heißt. Der englische Originaltitel lautet mit mindestens ebenso großer Berechtigung «The Chosen One», denn Vaslav Nijinsky hatte Bronislava Nijinska als Opfer in seinem Skandalballett «Le Sacre du printemps» auserkoren: eine Rolle, die seine Schwester einer Schwangerschaft wegen dann doch nicht übernehmen konnte.

Gut die Hälfte des Buches handelt von nichts anderem als – dem Bruder, dessen kometenhafter Aufstieg und Fall in unzähligen Berichten abgehandelt worden ist. Dass auch Bronislava ein geschätztes Mitglied der Ballets russes und eine Choreografin war, deren «Les Noces»-Version noch immer etwas Revolutionäres hat, scheint über Nijinskys Tragödie völlig in Vergessenheit zu geraten.

Dabei ist auch ihre Geschichte, wie sie gleich anfangs zu ihrer Verteidigung sagt, «nicht ganz unkompliziert». Eva Stachniak erzählt sie, eingebettet in eine Schiffsreise von der Alten in die Neue Welt, überaus anschaulich, sehr präzise und dennoch so pointiert persönlich, als wäre sie ...

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Tanz Januar 2017
Rubrik: Medien Januar 2017, Seite 62
von Hartmut Regitz

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