Rituale: Bridget Breiner
Eigentlich betrachte ich mich als einen ziemlich rationalen und wenig abergläubischen Menschen. Aber wenn es um Auftritte geht, sieht das ganz anders aus. Mit den Jahren habe ich so viele Glücksbringer angehäuft und Rituale ausprobiert, dass ich mich immer mal wieder einer gründlichen Anti-Aberglauben-Prozedur unterziehe und ein paar Gegenstände ausmustere. Schließlich sind ja nicht die Rituale das Wichtigste, sondern jede einzelne Vorstellung!
Was ich allerdings bis heute praktiziere, sind eine Reihe von Atem-übungen, die mir vor vielen Jahren eine Yoga-Lehrerin beibrachte.
Das Ganze dauert etwa zehn Minuten und hilft mir, mich einerseits zu beruhigen und andererseits wacher zu machen. Ich mache die Übungen vor jedem Auftritt, am liebsten in einem Raum, wo mich niemand hören kann. Denn es gehören lautes Ausatmen mit Stimmeinsatz dazu und auch gruselige Gesichtsakrobatik: Schon mehrfach -habe ich mein Garderobenpersonal damit verschreckt. Diese Atem-übungen sind mittlerweile wie ein Reflex – erst kürzlich bin ich nach einer 18-monatigen Pause unerwartet auf die Bühne zurückgekehrt und musste feststellen, dass ich die Übungen ganz unwillkürlich machte: Sie sind mir offenbar in ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Glücksbringer, Seite 13
von
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