Reine Energie
Peter Brook, 1925 in London geboren, hat wie kaum ein anderer die Theaterszene der Nachkriegszeit geprägt. Es ist sein utopischer Ansatz eines anthropologischen Forschungsprojekts, das in der Selbstbestimmung der Orte, der Produktionszeiten und der Formen des Zusammenarbeitens den Menschen ins Zentrum einer lebenslangen Suche nach Erkenntnis gestellt hat. In seinem Verständnis von einem Theater der Basis, der bedingungslosen Reduktion auf die physischen und psychischen Möglichkeiten der Kommunikation, wird der menschliche Kontakt zur einzigen unentbehrlichen Wirklichkeit.
Peter Brook ist mit diesem Verständnis von Schauspiel auch aufs Engste verbunden mit dem Selbstverständnis zeitgenössischer Tänzer*innen.
Die Gründung des Centre international de recherche théâtrale 1970 und die Entwicklung des Bouffes du Nord in Paris zur Forschungs- und Spielstätte seines Theaters bilden die Grundlage für Produktionen wie das elfstündige «Mahabharata», das nach fast einem Jahrzehnt Produktionszeit 1985 auf Welttournee geht (mit dem halbwüchsigen Akram Khan in einer Nebenrolle). Es ist der radikale Gegenentwurf zu den Spielplänen von Opernhäusern und Stadttheatern. Ähnlich wie Jerzy Grotowski, ...
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Tanz Oktober 2022
Rubrik: Abschied, Seite 17
von Johannes Odenthal
Deutschland
Altenburg Theaterzelt «Synergien – Zehn tänzerische Reflexionen». 3., 16. Okt., 6. Jan.
www.theater-altenburg-gera.de
Augsburg Theater «Moving», Kammerballettabend von Peter Chu. brechtbühne im Gaswerk, 1., 9. Okt. Premiere «Godani – Goecke – Fernando»: «Metamorphers» von Jacopo Godani zu Musik von Béla Bartók, «Le Spectre de la Rose» von 1911,...
MAYERLING
1978 feierte «Mayerling» Premiere am Royal Ballet, eine Choreografie von Kenneth MacMillan zur Musik von Franz Liszt, die den Tod von Rudolf, Kronprinz von Österreich-Ungarn, 1889 zum Thema hat. Bis heute ist der Abend ein Klassiker des Handlungsballetts, auch wenn der etwas komplizierte historische Bezug einige Konzentration erfordert. Heute kann man...
Glückwunsch zum 50-jährigen Bühnenjubiläum. Wie schafft man das, sich die Begeisterung für eine Kunst so lange zu erhalten?
Ich habe in den ganzen Jahren nie das Gefühl gehabt, Flamenco wäre langweilig, oder ich wüsste nicht mehr weiter. Diese Kombination im Flamenco – der Tanz, in dem man sich immer wieder neu erfinden kann, und diese tolle Musik –, das ist etwas...
