Reine Energie
Peter Brook, 1925 in London geboren, hat wie kaum ein anderer die Theaterszene der Nachkriegszeit geprägt. Es ist sein utopischer Ansatz eines anthropologischen Forschungsprojekts, das in der Selbstbestimmung der Orte, der Produktionszeiten und der Formen des Zusammenarbeitens den Menschen ins Zentrum einer lebenslangen Suche nach Erkenntnis gestellt hat. In seinem Verständnis von einem Theater der Basis, der bedingungslosen Reduktion auf die physischen und psychischen Möglichkeiten der Kommunikation, wird der menschliche Kontakt zur einzigen unentbehrlichen Wirklichkeit.
Peter Brook ist mit diesem Verständnis von Schauspiel auch aufs Engste verbunden mit dem Selbstverständnis zeitgenössischer Tänzer*innen.
Die Gründung des Centre international de recherche théâtrale 1970 und die Entwicklung des Bouffes du Nord in Paris zur Forschungs- und Spielstätte seines Theaters bilden die Grundlage für Produktionen wie das elfstündige «Mahabharata», das nach fast einem Jahrzehnt Produktionszeit 1985 auf Welttournee geht (mit dem halbwüchsigen Akram Khan in einer Nebenrolle). Es ist der radikale Gegenentwurf zu den Spielplänen von Opernhäusern und Stadttheatern. Ähnlich wie Jerzy Grotowski, ...
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Tanz Oktober 2022
Rubrik: Abschied, Seite 17
von Johannes Odenthal
Ende einer Ära
Die überstrapazierte Formel vom Ende einer Ära – im Falle der «Dancing Times» trifft sie unumwunden zu. Das britische Magazin erblickte 1894 das Licht der Welt, zunächst als Hauspublikation der Cavendish Rooms, einer Institution des Gesellschaftstanzes. Ab 1910 firmierte es unter seinem weit über die Tanzwelt hinaus bekannten Namen, und seither...
Notiert
Aaron Watkin, seit 2006 Ballettchef in Dresden, lässt sich auf ein Abenteuer ein: Im Sommer 2023 rückt er an die Spitze des English National Ballet, als Nachfolger der zum San Francisco Ballet wechselnden Tamara Rojo. Eine große Aufgabe für den Kanadier, der derzeit noch an der Semperoper publikumsattraktiv programmiert.
Von Sankt Petersburg nach Oslo: Xand...
Gegen Ende dieses kurzen, mit Krieg, Klimakatastrophe und Kultur prall gefüllten Sommers, gab es dann doch noch ein kleines Sommerlochthema. Und zwar ein Video von ausgelassen tanzenden Menschen. Nicht, dass in den wenigen Minuten wahnsinnig Bemerkenswertes zu sehen wäre: Der verwackelte Schnipsel sieht aus, als ob ein paar Mitarbeiter*innen der Stadtsparkasse...
