raymonda
Nach dreieinhalb Stunden Petipa-Seligkeit lautet die große Frage: Wie konnte je der Gedanke entstehen, dieses Ballett verbessern zu wollen? Wie kaum eine andere Rekonstruk-tion der russischen Klassiker rundet sich die neue, alte «Raymonda» an der Mailänder Scala zu einer vollkommenen ästhetischen Einheit. Zum ersten Mal seit der historisch nachempfundenen Urtext-«Bayadère» der Mariinski-Kompanie hat man hier den Eindruck, einen Blick zurück in die Glanzzeit des zaristischen Balletts zu werfen.
Alles geht mit erstaunlicher Leichtigkeit auf: Die Handlung wird klar erzählt, die Figuren sind stringent gestaltet, Alexander Glasunows sinfonische Ballettpartitur erklingt in ihrer ganzen Herrlichkeit. Die Choreografie des bei der Uraufführung 1898 bereits 80-jährigen Marius
Petipa erweist sich als Wunderwerk aus unzähligen Frauenvariationen, eine feiner ziseliert als die andere, und aus großen, architektonisch meisterhaft entworfenen Ensembles.
Die Ritterlegende vom träumenden Burgfräulein gilt als das letzte große Werk des St. Petersburger Ballettmeisters und blieb trotz Glasunows vielfach gerühmter Musik eine Art Stiefkind. Das Stück wurde selten, stark verändert oder nur als amputierter ...
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Tanz Oktober 2012
Rubrik: produktionen, Seite 6
von Angela Reinhardt
Raimund Hoghe,
Ihr erstes Stück, «Verdi Prati», entstand 1992, zwei Jahre nach Ihrem Abschied vom Tanztheater Wuppertal. Wie kam es zu dieser Trennung? Das ergab sich nach dem Film «Die Klage der Kaiserin». Pina war damals schwer getroffen, dass der Film kein Erfolg war, vielleicht hatte er eine zu melancholische Note. Jedenfalls hat sie dann eine Zeitlang keine...
Mit der Neuproduktion des Ballettklassikers krönt Pontus Lidberg ein ertragreiches Jahr. Letzten April hatte er für das Royal Swedish Ballet H.C. Andersens Märchen «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern» adaptiert, im Juni trat das Ensemble Morphoses mit seiner Choreografie «Within» beim 80. «Jacob‘s Pillow Dance Festival» auf. Nun bewegt der schwedische Choreograf...
Der Gelsenkirchener Tänzer und Choreograf verunglückte am 14. Juli im Alter von 47 Jahren tödlich in seinem Urlaubsort in Irland. 1965 in Neuss als Sohn eines Gastwirts geboren, war Gildenast von 1987 bis 1993 Solotänzer am Stadttheater in Gießen, bevor er ans Gelsenkirchener Ballett Schindowski wechselte. 2001 initiierte er als Tanz- und Theaterpädagoge zahlreiche...
