raymonda

Diese im zaristischen Geist rekonstruierte «Raymonda» beim Ballett der Mailänder Scala ist echter Luxus.

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Nach dreieinhalb Stunden Petipa-Seligkeit lautet die große Frage: Wie konnte je der Gedanke entstehen, dieses Ballett verbessern zu wollen? Wie kaum eine andere Rekonstruk-tion der russischen Klassiker rundet sich die neue, alte «Raymonda» an der Mailänder Scala zu einer vollkommenen ästhetischen Einheit. Zum ersten Mal seit der historisch nachempfundenen Urtext-«Bayadère» der Mariinski-Kompanie hat man hier den Eindruck, einen Blick zurück in die Glanzzeit des zaristischen Balletts zu werfen.

Alles geht mit erstaunlicher Leichtigkeit auf: Die Handlung wird klar erzählt, die Figuren sind stringent gestaltet, Alexander Glasunows sinfonische Ballettpartitur erklingt in ihrer ganzen Herrlichkeit. Die Choreografie des bei der Uraufführung 1898 bereits 80-jährigen Marius
Petipa erweist sich als Wunderwerk aus unzähligen Frauenvariationen, eine feiner ziseliert als die andere, und aus großen, architektonisch meisterhaft entworfenen Ensembles.

Die Ritterlegende vom träumenden Burgfräulein gilt als das letzte große Werk des St. Petersburger Ballettmeisters und blieb trotz Glasunows vielfach gerühmter Musik eine Art Stiefkind. Das Stück wurde selten, stark verändert oder nur als amputierter ...

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Tanz Oktober 2012
Rubrik: produktionen, Seite 6
von Angela Reinhardt

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