Ratmansky, Reisen, Forsythe, Roberts «Fall Fashion Gala»
Bei der «Fall Fashion Gala» des New York City Ballet wurde im Lincoln Center «Foreseeable Future» uraufgeführt, erarbeitet von Jamar Roberts, langjähriger Startänzer und Ex-Hauschoreograf des Alvin Ailey American Dance Theater, mit Kostümen der Designerin Iris van Herpen. Ich beschloss, das zweite Programm mit Alexei Ratmanskys Choreografie «Voices» (2020) zu besuchen – ein brillantes Stück. Basierend auf Peter Ablingers Komposition «Voices and Piano» gibt es eine Folge von Solos für fünf Frauen, die jeweils von fünf Männern unterbrochen werden.
Jede Solistin tanzt zu einer von Ablinger aufgenommenen, mit Klavierklängen ergänzten Frauenstimme, deren Rhythmus jeweils auch die Choreografie folgt – mal zackig, mal träge, mal grazil. Vier Männer fegen die jeweilige Tänzerin von der Bühne, ein fünfter bleibt zurück, um eine Serie von virtuosen Drehungen oder Sprüngen zu performen – in Stille. Eine künstlerisch clevere Zuschreibung stereotyper Geschlechterrollen. Stimmlich zu identifizieren ist im vierten weiblichen Solo Nina Simone, die sagt: «What is Freedom? Freedom is no fear.» Ganz am Ende ist die Künstlerin Agnes Martin zu hören: «Ich verwahre mich dagegen, als Mystikerin ...
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Tanz November 2025
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Wendy Perron
Choreografie: Körper in Bewegung durch Zeit und Raum. So simpel die Definition, so unendlich die künstlerischen Universen, die sich aus dieser Formel ergeben können. Ein ganz bestimmter Kosmos – jener der Münchner Choreografin Anna Konjetzky – wird 20 Jahre alt.
Damit wären wir wieder beim ersten choreografischen Parameter, der Zeit: Zwei Jahrzehnte mit ein bis...
Eun-Me Ahn ist ein Farbtupfer, in jeder Hinsicht. Ihr Studio in der Hauptstadt Südkoreas liegt hinter einer Tankstelle, im Untergeschoss. Draußen die Stadtautobahn, Betonfassaden, Menschen in dezenten Grauoder Beigetönen, ein Paar grüne Sträucher – aber selten. Dann geht man die Treppe herunter, stößt die Tür auf, und urplötzlich exaltieren die Farben, in...
Als Rena Butler an diesem kühlen kalifornischen Morgen durch das Marmorfoyer des War Memorial Opera House von San Francisco schreitet, strahlt sie eine angenehme Wärme aus. Sie trägt ein schwarzes Tanktop, Armyhose, schwarze Boots, ist groß, hat lange Arme und Beine, ein schmales Gesicht, kurz: Sie wirkt immer noch wie jene kraftvolle Tänzerin, die einst in Stücken...
