Rastlose Gasttänzer
Das Verlockendste an einem Tänzerleben ist das viele Reisen. Nur mit dem eigenen Körper ausgestattet, steht einem die Welt nahezu grenzenlos offen. Es braucht nicht viel: ein Bett, etwas zu essen und zu trinken, ein Studio, um mit Gleichgesinnten zu trainieren und zu proben. Wer auf einen so freien Tänzer wie Luigi Sardone trifft, erfährt, dass er mit gerade mal zehn Kilo Gepäck auskommt. Der Italiener will nicht, dass man ihn deshalb einen Minimalisten nennt. Er sei auch kein Nomade, obwohl er nahezu ununterbrochen in der Welt unterwegs ist. Nomade klingt ihm zu sehr nach Viehhüter.
Aber er kann seine Siebensachen mit einer Hand um den Globus tragen: «Je mehr und je länger ich reise, desto weniger brauche ich», sagt er, und dann: «Dass man nur besitzt, was man gerade braucht: Muss ich mich dafür jetzt entschuldigen?» Ob man das Wenige, zwei Hosen, ein paar- T-Shirts, zwei Jacken und ein bisschen Unterwäsche sonst nur den Allerärmsten zubilligt, ist ihm egal. «Jeder kennt es: Letztlich zieht man immer nur das an, was man sowieso am liebsten trägt. Den Rest im Kleiderschrank benutzt auch sonst kein Mensch.»
Leichtfüßig
Der Mann dieser weisen Worte kann es sich erlauben, ...
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Tanz Dezember 2019
Rubrik: Ideen, Seite 56
von Arnd Wesemann
Mathematik ist nicht gerade die allererste Wissenschaft, die man gedanklich dem Tanz zuordnet. Aber Tatsache ist, dass nicht wenige Choreografen mit digitaler Hilfestellung operieren. Der vor genau zehn Jahren verstorbene Doyen des Postmodern Dance, Merce Cunningham, kam mit PC-generierten Tanzmustern ins Studio. Die Generation der Enkel ist nun bei der...
Charmaine Seet hat für ihre Schüler Lego-Installationen ikonischer Choreografien geschaffen, um ihnen die Meister und ihre Arbeiten vorzustellen. Begeistert waren nicht nur die Kinder in Sydney. Von der Profession selbst, von Tänzern und Choreografen weltweit gab es Beifall für die Idee, etwas «so Allgegenwärtiges wie -Lego zu verwenden, um eine sehr spezielle...
Natürlich könnte man sagen, seine Interessen wären ihm schon in die Wiege gelegt worden; der Vater war schließlich Opernsänger, die slowakische Mutter im selben Theater Tänzerin. Andreas Heise, noch zu DDR-Zeiten in Halberstadt geboren, sieht das realistischer. «Ich war schon als kleiner Junge bei Proben dabei und habe vermutlich so ganz unbewusst viel von dem...
