Pina Bausch
Die Bemerkung stammt von Bertolt Brecht: dass die größte Wirksamkeit eines Künstlers kaum je mit der größten (öffentlichen) Anerkennung einhergehe. Will heißen: Wenn es Preise, Ehrungen und Auszeichnungen hagelt, hat sich der revolutionäre Elan des Anfangs längst verbraucht.
Das scharfsichtige Statement galt auch für den Erneuerer deutscher Dramatik selbst.
Legte der Großmeister sozialer Gesellschaftskritik in Frühwerken wie dem «Baal» noch gezielt den Finger in die Wunden und ließ einen lustvollen Anarchismus aufstehen, so schnurrte in den sogenannten Lehrstücken mehr und mehr die Botschaft auf griffige Nenner zusammen. Eine Formel war gefunden, die fortan nur noch Variationen erlebte. Vorbei die Zeiten, in denen Brüche, Diskontinuitäten und Offenheit das Werk prägten. Der Revolutionär erschuf sich selbst zum Denkmal und erstarrte.
Nun mag man kaum einem Künstler verdenken, dass er nach zwanzig, dreißig Schaffensjahren eine wie auch immer gegründete «Sprache» gefunden hat und innerhalb dieses modus operandi lediglich Variationen kreiert. Im Gegenteil: Eher lächerlich wirkt die Pose des Berufsrevoluzzers und Dauerjugendlichen, der auch im Alter von sechzig, siebzig Jahren die ...
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Akram Khan,
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