Parkett International: Frankreich II
In so mancher Produktion tragen Tänzer heute Kostüme, die aus dem 3D-Drucker kommen. Schon in wenigen Jahren dürften sie sich von ebenso künstlich hergestelltem Fleisch ernähren und Räume bespielen, in denen die Unterschiede zwischen Realität und Virtualität kaum noch erkennbar sind. Doch wie schaffen reale Körper den Übergang in die virtuelle Realität? Kann künstliche Intelligenz am Ende sogar choreografieren? Die Herausforderungen an den Tanz sind enorm, will er nicht den Anschluss verlieren. Im 20.
Jahrhundert waren die Cunninghams, Bauschs und Forsythes der gesellschaftlichen Entwicklung noch voraus und wurden ausgebuht, bevor sie triumphierten. Ihre Visionen brauchten Zeit, um sich durchzusetzen.
Heute hat der Tanz keine Zeit zu verlieren. Wir brauchen schnellstens neue Ansätze, damit Tanz sich in der irrealen Realität zurechtfinden kann. Ein solches Modell startete im vergangenen Herbst auf europäischer Ebene. «Dansathon» heißt die Initiative, in Anlehnung an das Modell des Hackathon, dem Speed-Dating von Digital Creatives, das neue Entwicklungen anstoßen soll. Der «Dansathon» entstand dank Förderung durch die Kulturstiftung der Pariser Bank BNP Paribas und ist ein Joint ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Parkett International, Seite 142
von Thomas Hahn
Merce Cunningham hat das Gesicht des modernen Tanzes nachhaltig verändert. Zwar löste sich seine Company 2011, zwei Jahre nach seinem Tod, auf; der Merce Cunningham Trust dagegen organisierte in diesem Jahr tatkräftig zahlreiche Veranstaltungen zum 100. Geburtstag seines Namenspatrons. Und das im internationalen Maßstab: Kompanien in den USA, Kuba und Frankreich...
Der Kreis oder «Circle», den wir kurz vor jeder Aufführung bilden, ist ein Ritual, das wir nie überspringen. Wir kommen dicht zusammen, stehend, halten uns an den Händen, um die Schultern oder Hüften. Verbinden uns über die Berührung. Wir schauen uns in die Augen, erspüren, wie es den anderen geht und beschwören in uns ein gemeinsames, energetisches Gefühl herauf....
Ein Hoffnungsträger? Sicher nicht, wenn man sich die bedeutenden Personalentscheidungen anschaut, die Berlins Kultursenator Klaus Lederer in den bald zwei Jahren seiner Amtszeit getroffen hat. Nur bei der von #MeToo-Vorwürfen erschütterten Gedenkstätte für die Stasi-Opfer in Hohenschönhausen samt dem ungeliebten, zumindest umstrittenen Leiter Hubertus Knabe hat der...
