Parkett International: Frankreich I

Klassisches Juwel im Palais Garnier, neoklassische Novität in Versailles – und Marco Goeckes Debut in Paris

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In Paris war es eine gute Spielzeit für Liebhaber von Tschaikowskys «Schwanensee», für die Fans, die sich nicht sattsehen können an diesem choreografischen und musikalischen Monument und darauf brennen, die psychoanalytisch verankerte Nurejew-Fassung von 1984 immer wieder auf ihre Schlüssigkeit hin abzuklopfen. Der damalige Ballettchef schuf ein höllisches Quartett aus zwei Zwillingspaaren: Odette und Odile, der weiße und der schwarze Schwan, gehören ebenso zusammen wie Siegfrieds Erzieher Wolfgang und der Zauberer Rotbart – die vom gleichen Tänzer getanzt werden.

Was den Darstellern natürlich enorm viel abverlangt, müssen sie doch von einer Sekunde zur nächsten in eine andere Haut schlüpfen. Das Labyrinth aus personellen Dopplungen und Spiegelungen treibt Siegfried -schier in den Irrsinn – ein Szenario, das tatsächlich immer noch makellos funktioniert. Genauso makellos haben sich auf dem tanztechnischen Hindernismarathon der Aufführung auch die Künste der Étoile-Tänzer Germain Louvet und Eleonora Abbagnato sowie des Solisten François Alu entfaltet.

Als Offenbarung entpuppte sich der deutsche Choreograf Marco Goecke (46), der zum ersten Mal überhaupt von der Opéra eingeladen ...

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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Parkett International, Seite 140
von Rosita Boisseau

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