Pariser Opernballett
Seit zwei Jahren leitet Aurélie Dupont das Pariser Opernballett. Hals über Kopf übernahm sie 2016 das Kommando, nachdem Benjamin Millepied unvermittelt das Handtuch geworfen hatte. Nun muss sie die erste große Krise überstehen: Das Vertrauensverhältnis zwischen den Tänzern und der Ensemble-Leitung ist schwer erschüttert. Die Commission d’expression artistique, eine Art Betriebsrat, organisierte eine anonyme Umfrage, an der zwei Drittel der 154 Tänzer teilnahmen.
Mit 130 Fragen sollte die Befindlichkeit der Kompanie ausgelotet und eventueller Verbesserungsbedarf beim Betriebsklima ermittelt werden. Ein Maulwurf spielte die Auswertung der Presse zu, «Le Figaro» veröffentlichte und löste einen medialen Orkan aus. Denn die Ergebnisse sind für die Direktion, und damit in erster Linie für Aurélie Dupont, wenig schmeichelhaft. Ganz nebenbei kam auch heraus, dass der Krankenstand chronisch hoch ist: Von den gut 150 Tänzern sind etwa ein Drittel sogenannte «Phantomtänzer», weil anhaltend im Krankenstand – was nicht gerade für ein kluges und ressourcenschonendes Management spricht.
Fast 90 Prozent der Befragten kritisierten denn auch das Personalmanagement, fast 77 Prozent erklärten, ...
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Tanz Juni 2018
Rubrik: Menschen, Seite 34
von Thomas Hahn
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