pál frenák
Pál Frenák, Ihre Heimat Ungarn macht derzeit ziemlich viele negative Schlagzeilen, und Ihr Kollege Iván Markó hat offen für den rechtsnationalen Präsidenten Viktor Orbán Partei ergriffen … Iván Markó hat in meinem Leben eine große Rolle gespielt, er hatte sogar einen gewissen Anteil daran, dass ich Mitte der 1980er-Jahre das Land verlassen habe. Bereits damals gab es ungute hierarchische Strukturen, die festlegten, dass nur Absolventen des staatlichen Budapester Ballett-Instituts Berufstänzer werden konnten.
Ich kam von einer Privatschule und war ein ziemlicher Spätzünder. Ich begann erst mit 18 Jahren zu tanzen, mit 21 als Assistent zu unterrichten. Ich lernte schnell einige moderne Techniken und dachte, ich könnte zu Iván Markós Kompanie Györ gehen, um diese Techniken an interessierte Schüler weiterzugeben. Doch Györ erwies sich als geschlossene Gesellschaft. Da ich von Haus aus keine Verbindungen zum Ballett oder zur Oper hatte, schien der Weg damit für mich zu Ende. Ich war zutiefst enttäuscht von einem System, das bereits im Vorfeld definiert, wer Künstler ist und wer nicht.
Was hat Sie mehr enttäuscht, das System oder die Leute? Beides. Genug jedenfalls, um mich in meinem ...
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Tanz August/September 2013
Rubrik: menschen, Seite 32
von Andrea Tompa
Das Begehren – eine reine Fantasie, eine immaterielle Idee, die zur körperlichen Qual wird. Die vielleicht lustvollste Form von Folter. Für Jefta van Dinther ist das Begehren eine Kraft, aus der Bewegung und Choreografie entstehen. «This is concrete» heißt seine aufregende Studie zum Verlangen. Aber bis es wirklich «konkret» wird und zur Sache geht, dauert es.
Dar...
Marius Petipa musste nicht lange überlegen, zu welcher Musik er Dornröschen wachküssen ließ. Er bestellte sich einfach «ein feuriges und bebendes Motiv» bei Tschaikowsky. Merce Cunningham schuf seine Choreografien unabhängig von John Cages Musik und setzte beides erst bei der Premiere zum fertigen Stück zusammen. «In meinen choreografischen Kreationen habe ich mich...
Alain Franco, mit Meg Stuarts Choreografie «Built to Last» entstand eine ziemlich opulente Reflexion über die Musikgeschichte, voll wuchtiger Sinfonien und gespickt mit Zitaten aus dem Œuvre von Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn, sogar von Ihnen selbst. Ich sage in dem Stück: Ein Puls ist ein Phänomen.
Was heißt das genau? Ein Puls wird erst zu einem Puls, wenn er...
