Osnabrück: «Unter einem Himmel»
Die Macht der Klänge unterschiedlicher Stile und Kulturen hat den Osnabrücker Tanzchef Mauro de Candia zu seinem neuesten Werk inspiriert. «Unter einem Himmel» heißt der dreiteilige Tanzabend, der als Reise zu verschiedenen Stationen angelegt ist. Der Fokus liegt auf Kontrasten – musikalisch wie choreografisch. Das Ganze ist ebenso unterhaltsam wie dramaturgisch geschickt arrangiert. Eine «Reisende» (Saskia de Vries) sorgt pantomimisch, wortreich und immer ein wenig skurril für die Überbrückung der Umbaupausen.
Zudem führt sie das Publikum von einer Etappe zur nächsten und knüpft so die Verbindung zwischen der Welt des Zuschauers und der Welt des Theaters.
«Branco» heißt die erste Station, das italienische Wort für Herde. Und wie eine Herde agieren die Tänzer auf der leeren Bühne. In uniformes Blau gekleidet, finden sie zusammen und stieben wieder auseinander. Alles ist ununterbrochen in Bewegung, mal ekstatisch schnell, mal zeitlupenartig, aber immer getrieben von den aufwühlenden Geigenklängen des serbischen Komponisten Félix Lajkó, die zwischen jagend und klagend das Tempo extrem variieren.
In krassem Gegensatz dazu steht anschließend «In Transit», das Keith Jarretts berühmtes ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2018
Rubrik: Kalender, Seite 42
von
Gesellschaftstanz ist ein Spiel. Ein Spiel mit Regeln. Eiserne Regel über die längste Zeit: Getanzt werden Wiener Walzer, Cha-Cha-Cha und Tango von einem Mann und einer Frau. Mann und Frau. Er führt, sie folgt. Er trägt die Hosen, sie das Kleid.
«Gendertraining» nennen Jeff Fox und Trevor Copp den klassischen Gesellschaftstanz mit seinem festgelegten Rollenmuster....
Armando Braswell, wie kamen Sie zum Tanz? Ich wuchs bei einer Pflegefamilie auf, in einer kriminellen Ecke im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Damals rettete der Tanz mein Leben. Er gab ihm einen Sinn, forderte mich heraus. Weil ich tanzte, tat ich nicht das, was meine Freunde taten – und das war gut so. Tanzen bedeutete für mich eine Zukunft, ein Ziel, hart zu...
Sie tanzt und tanzt und tanzt … Jeden Tag, «une minute» oder auch -etwas länger, gern irgendwo in Paris. Nicht auf der Bühne, nicht im Studio, sondern dort, wo sie gerade ist, mitten im täglichen Leben. Das kann in ihren eigenen vier Wänden sein, beim Bäcker, auf einer Demonstration, beim Ausflug in die Natur, im Museum oder in der Seine, die, wie im Januar...
