Osnabrück: «Unter einem Himmel»

Mauro de Candia «Unter einem Himmel»

Tanz - Logo

Die Macht der Klänge unterschiedlicher Stile und Kulturen hat den Osnabrücker Tanzchef Mauro de Candia zu seinem neuesten Werk inspiriert. «Unter einem Himmel» heißt der dreiteilige Tanzabend, der als Reise zu verschiedenen Stationen angelegt ist. Der Fokus liegt auf Kontrasten – musikalisch wie choreografisch. Das Ganze ist ebenso unterhaltsam wie dramaturgisch geschickt arrangiert. Eine «Reisende» (Saskia de Vries) sorgt pantomimisch, wortreich und immer ein wenig skurril für die Überbrückung der Umbaupausen.

Zudem führt sie das Publikum von einer Etappe zur nächsten und knüpft so die Verbindung zwischen der Welt des Zuschauers und der Welt des Theaters.

«Branco» heißt die erste Station, das italienische Wort für Herde. Und wie eine Herde agieren die Tänzer auf der leeren Bühne. In uniformes Blau gekleidet, finden sie zusammen und stieben wieder auseinander. Alles ist ununterbrochen in Bewegung, mal ekstatisch schnell, mal zeitlupenartig, aber immer getrieben von den aufwühlenden Geigenklängen des serbischen Komponisten Félix Lajkó, die zwischen jagend und klagend das Tempo extrem variieren.

In krassem Gegensatz dazu steht anschließend «In Transit», das Keith Jarretts berühmtes ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2018
Rubrik: Kalender, Seite 42
von

Weitere Beiträge
Freie Szene Nürnberg

«Zwischen Frankfurt und München ist Diaspora, da steigt kein Kritiker aus dem Zug»: Gegen dieses Image in Sachen Tanz kämpfen Michael Bader von der Nürnberger Tafelhalle, seit 1987 Heimstatt der freien Szene, und mit ihm ein knappes Dutzend Choreografen seit vielen Jahren an. Dabei ist die freie Tanztheaterszene für die 500 000 Einwohner zählende ehemalige...

HOOD

Am Anfang stand ein Wunsch: Der Wunsch von sieben Tänzern und Tänzerinnen der Forsythe Company, ihren Austausch und ihre Zusammenarbeit über das Ende des Ensembles hinaus fortzusetzen: nicht produktorientiert als Kollektiv, sondern prozessorientiert, ohne Output-Zwang. Als institutioneller Partner hierfür fand sich mit PACT Zollverein in Essen ein Ort, der ohnehin...

Berlin: «Die letzte Station»

Weihnachten 2017. Im Berliner Ensemble steht eine Krippe und viel Tannenbaum, ein Wald, in dem die Wichtel wohnen. Sie werden dargestellt vom Ensemble Dance On, einer ausgewachsenen Truppe, die, erst 2015 gegründet, schon jetzt ihre Werkschau zeigt. Aber nicht hier auf der altehrwürdigen Berliner Sprechbühne, wo die Auftragsarbeit des aktuellen Hype-Regisseurs...