Ordnung und Chaos

An der Schnittstelle von Choreografie und zeitgenössischer Kriegsführung

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Unsere Anthologie «Choreographies of 21st Century Wars» erschien 2016 im Gefolge des Irakkrieges. Mit den verheerenden Angriffen Russlands auf die Ukraine, einen souveränen Staat, steht gegenwärtig abermals ein Krieg im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Während Woche um Woche Bilder von Tod und Zerstörung um die Welt gehen, erfordert dieser jüngste Konflikt eine Neubewertung der Kriege des 21. Jahrhunderts – nicht zuletzt auch in ihrem Verhältnis zum Gegenstand der Choreografie.

Als Bürger von New York City sind wir vermeintlich weit von den anhaltenden Kämpfen und der größten Flüchtlingskrise seit den Balkankriegen der 1990er-Jahre entfernt. Daher haben wir uns gefragt, ob es nicht unseriös sei, wenn wir uns aus der sicheren Distanz, und dann auch noch unter dem Gesichtspunkt des Tanzes, zur akuten Not der betroffenen Menschen äußern. Dass wir uns dennoch zu diesem Beitrag entschlossen haben, liegt in unserer ungebrochenen Überzeugung begründet, dass die Betrachtung von Kriegen unter dem Gesichtspunkt der Choreografie wesentlich ist, da sie den Fokus von den Abstraktionen politischer und militärischer Theorie hin zu körperlichem Handeln verschiebt. Will man umgekehrt das Thema ...

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Tanz Oktober 2022
Rubrik: Ideen, Seite 50
von Gay Morris und Jens Richard Giersdorf

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Aufführungen Oktober 22

Deutschland
Altenburg Theaterzelt
 «Synergien – Zehn tänzerische Reflexionen». 3., 16. Okt., 6. Jan.
www.theater-altenburg-gera.de 

Augsburg Theater «Moving», Kammerballettabend von Peter Chu. brechtbühne im Gaswerk, 1., 9. Okt. Premiere «Godani – Goecke – Fernando»: «Metamorphers» von Jacopo Godani zu Musik von Béla Bartók, «Le Spectre de la Rose» von 1911,...

Highlights 10/22

Göteborg
HAMMER
Wo Ekman draufsteht, ist Ekman drin – heißt hier: Wenn die GöteborgOperansDanskompani eine Kreation von Alexander Ekman aus der Taufe hebt, kann sich das Publikum auf hintersinnige Bilder freuen. «Hammer» entwirft eine Gesellschaftsfantasie mit utopischem Beiklang, will der Choreograf doch vorführen, wie sich ein Hippie-Völkchen in lauter Ego-Blasen...

Vorschau 10/22

Neue Räume, neue Körper
Outdoor, Streaming, VR, 1:1-Formate – der Tanz hat aus der Corona-Not eine Tugend gemacht und alternative Räume für sich entdeckt. Wohin die Reise geht, welche Dimensionen Choreograf*innen und Tänzer*innen bespielen möchten und wie Identitätsdiskurse auch die Körperbilder in Schwingung versetzen – all das thematisiert unser Jahrbuch 2022

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