Nur raus
Ich weiß nicht, wer diese Anregung geprägt hat: «Move out of your comfort zone». Ich persönlich habe sie vor vielen Jahren in einem Workshop von Andrew Harwood erstmals bewusst wahrgenommen und konnte mich sofort damit identifizieren.
Die Komfortzone verlassen, sich ins Ungewohnte bewegen, etwas anderes tun oder es zumindest auf eine andere Art und Weise versuchen.
In der künstlerischen Praxis ist das ein beliebter Gedanke oder gar ein Werkzeug, um sich selbst (meist physisch) herauszufordern, mit alten Mustern oder Gewohnheiten zu brechen oder sie zumindest wahrzunehmen, um sie dann umzuwandeln oder wenigstens zu hinterfragen. Diese Strategie ist, auf den eigenen Körper übertragen, eine hervorragende Stimulations- und Reibungsaufgabe, die manchmal auch an ihre Grenzen stößt. Denn selber der eigene Überprüfer des eigenen, womöglich sogar wirklich veränderten Handelns zu sein, kreiert bekanntlich blinde Flecken.
Wenn man seinen Körper aber einfach mal so nimmt, wie er ist, und ihn als Gesamtes aus der Komfort- in eine ganz andere Zone trägt oder fliegt, dann:
Folgt man dem Fernweh?
Die Ferne tat mir eigentlich immer nur insofern ein wenig weh, als ich nicht allzu gern fliege … oder, ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Labore der Zukunft, Seite 88
von Antje Pfundtner
Sie fällt auf, denn sie hat ein Gesicht, keine hübsche Larve. Die Myrtha, das war heuer Prisca Zeisels erstes großes klassisches Rollendebüt am Bayerischen Staatsballett. Bereits im März ist die 22-Jährige zur Solistin befördert worden. Sie schlug einen sofort als eine Wilis-Königin von gläsern-unnahbarer Schönheit mit gefrorenem Herzen in ihren Bann. Schon davor...
Der Körper scheint als Medium zunächst ganz ungeeignet für Utopien. Während die Literatur eine utopische Zukunft projizieren kann, fehlt dem Körper ein solcher Zukunfts-Modus. Auch ist die im Utopiebegriff implizite Unmöglichkeit zumindest mit einem lebendigen Körper nur schwer vereinbar. Wir können Utopien in Geschichten und Traktaten erdenken. Wenn sie den Körper...
Das Theater braucht eine Struktur. Die sieht heute so aus: Entweder man arbeitet in der freien Szene, hangelt sich von Projekt zu Projekt, von Antrag zu Antrag, von Residenz zu Residenz, von Gastspiel zu Gastspiel, immer unsicher, immer unterbezahlt, immer anpassungsbereit. Oder man fügt sich in das System eines Stadttheaters. Auch dort gibt es Freiheiten,...
