Nur raus
Ich weiß nicht, wer diese Anregung geprägt hat: «Move out of your comfort zone». Ich persönlich habe sie vor vielen Jahren in einem Workshop von Andrew Harwood erstmals bewusst wahrgenommen und konnte mich sofort damit identifizieren.
Die Komfortzone verlassen, sich ins Ungewohnte bewegen, etwas anderes tun oder es zumindest auf eine andere Art und Weise versuchen.
In der künstlerischen Praxis ist das ein beliebter Gedanke oder gar ein Werkzeug, um sich selbst (meist physisch) herauszufordern, mit alten Mustern oder Gewohnheiten zu brechen oder sie zumindest wahrzunehmen, um sie dann umzuwandeln oder wenigstens zu hinterfragen. Diese Strategie ist, auf den eigenen Körper übertragen, eine hervorragende Stimulations- und Reibungsaufgabe, die manchmal auch an ihre Grenzen stößt. Denn selber der eigene Überprüfer des eigenen, womöglich sogar wirklich veränderten Handelns zu sein, kreiert bekanntlich blinde Flecken.
Wenn man seinen Körper aber einfach mal so nimmt, wie er ist, und ihn als Gesamtes aus der Komfort- in eine ganz andere Zone trägt oder fliegt, dann:
Folgt man dem Fernweh?
Die Ferne tat mir eigentlich immer nur insofern ein wenig weh, als ich nicht allzu gern fliege … oder, ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Labore der Zukunft, Seite 88
von Antje Pfundtner
«Уважающим себя хореографам следовало бы учитывать, что каждое па – это шаг в будущее. Chorégraphes qui se respectent devraient prendre en considération que chaque pas est un pas dans l’avenir.» Das ist ein Satz, den Serge Diaghilew, laut Boris Kochno, am 17. August 1929, also zwei Tage vor seinem Tod, in Venedig Kochno anvertraut haben soll & den ich, Giselle...
Der junge Bailaor aus der Hafenstadt Cádiz straft alle jene Flamenco-Legenden Lügen, die besagen, dass man den Flamenco im Blut haben muss, oder noch besser in den Genen. In seiner Familie gibt es weit und breit kein einschlägiges Erbe. In seiner Familie interessiert man sich für Sport. Sein Bruder spielt in einem bekannten Fußballclub, und er selbst kam nur durch...
In seinem Essay «Warum Klassiker lesen?» definiert der italienische Schriftsteller Italo Calvino jene Werke als «Klassiker», die sich aufgrund ihrer spezifischen Relevanz entweder als unvergesslich erweisen, oder die, aus den Tiefen des Gedächtnisses geborgen, als Äußerungen des kollektiven Unbewussten zutage treten. Calvino bezieht sich freilich auf die Literatur;...
