Newcomerin: Marion Motin
Wusch – und schon ist die Choreografin vorbeigedüst: mit wehenden Haaren und ein paar Sätzen auf den Lippen, die sie der hinterher sausenden Assistentin zuruft. Eine Stunde vor Premierenbeginn am Münchner Prinzregententheater kommt Marion Motin auf einem E-Roller angebraust. Sie arbeitet zum ersten Mal mit einer deutschen Ballettkompanie, für eine Uraufführung hat die Zeit nicht gereicht. Also präsentiert die Französin einen Ausschnitt aus «Le Grand Sot» von 2021, als Finale des «Sphären 0.1»-Abends, den Marco Goecke kuratiert hat.
Ein Dutzend Tänzer*innen des Bayerischen Staatsballetts malochen sich in Strandläufer-Montur durchs kollektive Workout – Soundtrack: Maurice Ravels «Boléro». Erst werden nur Gesäßmuskeln mobilisiert, dann Arme, Oberkörper, schließlich die Beine, die wie Marathonwerkzeuge präsentiert und durch 360°-Wendungen geschleust werden. Natürlich geht das alles hochpräzise vor sich – und ist so erschöpfend, dass man einige der Protagonist*innen tags zuvor nach der Durchlaufprobe hat schlafen sehen, ausgestreckt auf zwei Couchen vor dem Probensaal im Balletthaus, wo die Kompanie residiert. Eine halbe Stunde später rief Motin zur Korrekturprobe. «Et sash, sash, ...
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Tanz August-September 2023
Rubrik: Side step, Seite 22
von Dorion Weickmann
Am Ende fliegt Glitterregen über den asketischen Buddha-Tänzer und verwandelt die Bühne in ein wahrhaft unasketisches Glittermeer. Das paradoxe Bild beeendet «Koreality – (K)eine Geisterbeschwörung» von Bodytalk, das koreanische Selbst- und Fremdbilder in energetischer Weise zusammenbringt. Choreografin Yoshiko Waki und Produzent Rolf Baumgart haben mit dem...
Ricardo Carmona, mit der aktuellen Ausgabe leiten Sie erstmals das Festival «Tanz im August». Naheliegende Frage: Was wird sich ändern?
Natürlich wird es Veränderungen geben, aber ich sehe mich in einer Reihe mit den vorangegangenen Künstlerischen Leiter*innen. Ich denke viel über Kontinuitäten nach, darüber, was in den Jahren zuvor war, besonders unter meiner...
Nach «Forêt», einem Museums-Projekt im Denon-Flügel des Pariser Louvre, ist «EXIT ABOVE after the tempest» die zweite Produktion, die Anne Teresa De Keersmaeker mit ihrer Kompanie Rosas nach dem Corona-Lockdown für die große Bühne geschaffen hat. Während «Forêt» mit einem Sturm endet, den kein Geringerer als Leonardo da Vinci heraufbeschwört, beginnt «EXIT ABOVE...
