Newcomer: Transparence Theatre
In kaum einer Kunst wird sexuelle Identität so konsequent hinterfragt und dekonstruiert wie im Tanz. Zumindest theoretisch. Praktisch sieht es so aus, dass beispielsweise Transsexualität auch im zeitgenössischen Tanz kein Thema ist. Und in den Strukturen keinen Platz findet. Aline de Oliveira- etwa hat ihren Job als Tänzer bei einer renommierten klassischen Kompanie offenbar verloren, als sie das Geschlecht wechselte: Engagiert worden sei ein Mann, eine Frau habe man nicht gebraucht, hieß es. Bloß: Jemand, der grundsätzlich nicht ins binäre Geschlechtsraster passt, wird nie gebraucht.
Geht es um Besetzungspolitik, denken auch fürs Thema sensibilisierte Choreografen binär. De Oliveira hat gemeinsam mit den Performern Beck Heiberg, Josefine Sagawee und Brix Schaumburg sowie den Choreografen Wallace Jones und Kolja Schallenberg das Transparence Theatre in Hamburg gegründet, laut eigener Aussage das weltweit einzige Transgender-Tanz-Theater-Ensemble. Die erste Produktion «Transparência» hat am 14. Juni am Theater Lüneburg Premiere. «Wir planen eine Mischung aus Performance, sehr viel Tanz, Text und Musik», beschreibt Schallenberg das künstlerische Konzept. Das Ensemble kommt vom ...
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Tanz Juni 2019
Rubrik: Side Step, Seite 15
von Falk Schreiber
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