Newcomer: Transparence Theatre
In kaum einer Kunst wird sexuelle Identität so konsequent hinterfragt und dekonstruiert wie im Tanz. Zumindest theoretisch. Praktisch sieht es so aus, dass beispielsweise Transsexualität auch im zeitgenössischen Tanz kein Thema ist. Und in den Strukturen keinen Platz findet. Aline de Oliveira- etwa hat ihren Job als Tänzer bei einer renommierten klassischen Kompanie offenbar verloren, als sie das Geschlecht wechselte: Engagiert worden sei ein Mann, eine Frau habe man nicht gebraucht, hieß es. Bloß: Jemand, der grundsätzlich nicht ins binäre Geschlechtsraster passt, wird nie gebraucht.
Geht es um Besetzungspolitik, denken auch fürs Thema sensibilisierte Choreografen binär. De Oliveira hat gemeinsam mit den Performern Beck Heiberg, Josefine Sagawee und Brix Schaumburg sowie den Choreografen Wallace Jones und Kolja Schallenberg das Transparence Theatre in Hamburg gegründet, laut eigener Aussage das weltweit einzige Transgender-Tanz-Theater-Ensemble. Die erste Produktion «Transparência» hat am 14. Juni am Theater Lüneburg Premiere. «Wir planen eine Mischung aus Performance, sehr viel Tanz, Text und Musik», beschreibt Schallenberg das künstlerische Konzept. Das Ensemble kommt vom ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juni 2019
Rubrik: Side Step, Seite 15
von Falk Schreiber
Packend und dicht, im idealen Zusammenwirken von Choreografie und Musikauswahl und mit einem faszinierenden Hauptdarsteller adaptiert James Sutherland das Shakespeare-Drama. Es wird ein modernes Tanztheaterstück daraus, das sich mit filmischen Schnitten, gesprochenen Texten und abstrahierten Szenen so weit wie möglich vom braven Erzählballett entfernt, selbst wenn...
Nach der 2018 gestarteten «Akademie für Performing Arts Producer» (s. Foto) legt das «Bündnis internationaler Produktionshäuser» – bestehend aus sieben bedeutenden Institutionen der zeitgenössischen performativen Künste – mit einem neuen Fortbildungsangebot nach: Zwischen November 2019 und März 2020 können Journalistinnen und Journalisten im Rahmen der «Akademie...
Mein Tanz mit Pina
Dass Jo Ann Endicott nicht auf den Mund gefallen ist, weiß man aus vielen Vorstellungen. Dass die langjährige Bausch-Interpretin auch was zu sagen hat, lässt sich leicht an ihren beiden Büchern «Ich bin eine anständige Frau» und «Warten auf Pina» ablesen. Nie haben andere Publikationen das Phänomen Pina Bausch auf so liebevolle, wenngleich nicht...
