newcomer: gentian doda
Der albanische Tänzer und Choreograf ist der große Gewinner des 25. Choreografenwettbewerbs der Ballett Gesellschaft Hannover. Gleich zweimal wurde sein Duett «1/2 Waltz» prämiert. Doda erhielt den mit 6000 Euro dotierten ersten Preis und den Scapino-Produktionspreis. Ed Wubbe, der künstlerische Leiter des Wettbewerbs und Direktor des Scapino Ballet, lädt Doda nun ein, mit der Rotterdamer Kompanie ein neues Werk zu erarbeiten.
Der Albaner hat sich nach Lehrjahren in Tirana, dann bei Victor Ullate, Maurice Béjart und vor allem seit 2003 bei Nacho Duato in der Compañía Nacional de Danza ers-te choreografische Sporen verdient und will es nun als freier Choreograf versuchen. Mit Duatos Jugendkompanie hatte Doda schon 2006 «Axis» erarbeitet, ein Jahr später «Sin Lo Cual No», zuletzt «De paso» und «Aksak».
Und nun «1/2 Waltz»: Das unter den fünfzehn Kurzchoreografien in der Endrunde des Wettbewerbs in der Staatsoper gezeigte Duett hob sich entschieden von den anderen, gern konventionell bleibenden Beziehungskisten ab. Zwei gegensätzliche Charaktere oder Prinzipien treffen in diesem Mephistowalzer in grotesk-politischer Art aufeinander. In violettem Trikot umgarnt schlangenhaft der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juni 2011
Rubrik: menschen, Seite 26
von Klaus Witzeling
Der Anfang spricht schon vom Ende. «I did it my way!», singt Robert Bell und öffnet die Arme zu ausladenden Showmaster-Gesten. Mehr Worte hat er nicht, wiederholt sie aber, als habe er sich für die endgültige Version noch nicht entschieden. Jede ist so super wie er. Er schlenzt über die Bühne, springt auf den Tisch, Applaus brandet aus dem Off, dann auch aus dem...
Macras tanzte am 9. März 2001 mit ihren Freunden auf dem schwarz-weiß gekachelten Herrenklo der Berliner Schaubühne. Kein Presseorgan damals, das mit diesen schockierenden Bildern nicht das Ende des guten alten Theaters bewies. Der Tanz rebellierte zwischen zwei Reihen polierter Porzellanpissoirs. Zehn Jahre später bläst die Choreografin aus Argentinien die von...
Wie ein Rücken liegt die Stadt da, gebogen; sie strahlt beinah Geborgenheit aus, wenn man auf dem neuen Flughafen am Mittelmeer landet. Beirut ist furchtbar anheimelnd. Im zeitgenössischen Tanz arbeitet sich der Ort gerade nach vorn, als Treffpunkt der immer noch kleinen Tanzszene in der riesigen Welt von Marokko bis Irak, die zum zweiten Mal seit 2009 zur...
