Nelisiwe Xaba
Das einzige Problem ist ihr Nachname, bei dessen Aussprache sich unsereins immer blamiert – er beginnt mit einem schnalzenden Xhosa-Klick. Deshalb hat man sich in Europa angewöhnt, von «Nelli» zu sprechen, wenn man Nelisiwe Xaba meint, und das tut man jetzt öfter. Die frühere Tänzerin bei Robyn Orlin, die schon immer auch eigene Sachen machte, hat von Soweto aus die Welt erobert. Mit einem Stipendium für die Rambert Dance Company lernte sie die Londoner Tanzszene kennen, kehrte nach Südafrika zurück und probierte die unterschiedlichsten Formen und Formate aus.
Ihre Aufführungen sind ironisch und vielschichtig, vom frühen Solo «Plasticization» bis zur jüngsten Arbeit «Black! … White?».
Sie liebt die elegante Form, die ungelösten Rätsel und die Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Richtungen. Nelli, die Tänzerin und Choreografin, tut sich gern mit Theaterleuten zusammen, mit Malern, Musikern oder Filmemachern. Gemeinsam entwickeln sie ungewöhnliche Crossover-Stücke jenseits aller Schubladen und Trends, stets auf der Höhe der Zeit und mit dezidiert amüsanten Meinungen zu den ernsteren Fragen des Lebens. Ob sie mit der Tänzerin und Choreografin Kettly Noël ein abgründiges ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ihn mit 64 Jahren einen Hoffnungsträger zu nennen, weil er, dem Vernehmen nach, in ein oder zwei Jahren das tanzhaus nrw der Stadt Düsseldorf vermachen will – was für eine Vorfreude ist das denn? Würde das Tanzhaus in städtischer Hand nicht ebenso zu einer Institution werden wie die Oper und das Schauspiel? Würde aus dem tanzhaus nrw nicht einfach nur das 37. vom...
Er halte «Text-Andachten» ab, spöttelte man über den Regisseur Laurent Chétouane. «Heilige Kunstexegese», in der sich die Akteure viel zu wenig bewegten. Und ausgerechnet so einer wechselt die Szene, nennt sich «Choreograf» – und ist damit die ästhetische Bereicherung für die deutsche freie Tanzszene. Erst will Chétouane, Jahrgang 1973, Ingenieur werden. Er...
Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, und so mündete auch Livia Patrizis Karriereknick in einen sagenhaften Neustart. 1996 saß die Tänzerin und zweifache Mutter in Weimar fest, während das Ensemble, dem sie bis dato angehörte, gen Basel weiterzog. Die Frage, «wie Menschen teilhaben an Kunst und Gesellschaft», hatte die Neapolitanerin «mit der Muttermilch aufgesogen»....
