Livia Patrizi
Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, und so mündete auch Livia Patrizis Karriereknick in einen sagenhaften Neustart. 1996 saß die Tänzerin und zweifache Mutter in Weimar fest, während das Ensemble, dem sie bis dato angehörte, gen Basel weiterzog. Die Frage, «wie Menschen teilhaben an Kunst und Gesellschaft», hatte die Neapolitanerin «mit der Muttermilch aufgesogen».
Deshalb war es nur ein kleiner Schritt hin zur großen Erleuchtung: «Warum nicht für sogenannte Laien choreografieren?» Patrizis erstes Großprojekt galt dem Konzentrationslager Buchenwald, gleichzeitig stieg sie in die Arbeit mit Kindern ein. 2005 gründete die quirlige Italienerin unter Start-up-Bedingungen den Berliner Verein TanzZeit, der seitdem 90 Tanzkünstler durch 88 Schulklassen gelotst und dabei 9100 Schüler in Bühnenakteure verwandelt hat.
Denn Patrizi und ihre Mitstreiter machen erklärtermaßen «Kunst mit Kindern». Entgegen allen Unkenrufen verstehen sie sich nicht als sozialtherapeutische Hilfskräfte einer im PISA-Wahn delirierenden Bildungspolitik. Ihr Metier ist vielmehr der Musenkuss, den die staatlichen Lehrplanmacher großflächig aus den Curricula getilgt haben: TanzZeit-Profis verwickeln die Schüler in einen ...
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