Natália Horečná «La Strada»

London

Tanz - Logo

Geballtes Talent im Kreativteam von «La Strada» am Londoner Tanzhaus Sadler’s Wells: In Federico Fellinis hermetischer, von einer öden Landschaft umgebener Zirkuswelt (Choreografie: Natalia Horečná, Bühne und Kostüme: Otto Bubeniček, Licht: Andrea Giretti, Musik: Nino Rota) dreht sich alles um die leidgeprüfte Gelsomina, das verwahrloste, von seiner Mutter an den starken Mann Zampanò verkaufte Kind.

Alina Cojocaru schöpft in dieser Rolle aus ihrer frappierenden, schier grenzenlosen Körperkunst, sie hüllt das Mädchen in eine poetische Traurigkeit und lässt in allem Schmerz doch immer einen knabenhaft-burschikosen Humor aufscheinen. Auch die übrigen Figuren in dieser zugleich surrealen und anrührenden Produktion schillern: Johan Kobborg als Seiltänzer Matto ist ein gereifter Tänzer, der noch immer mit jugendlich virtuosen Auftritten fasziniert. Mick Zeni in der Rolle des Zampanò gibt eine Figur, die glaubwürdig zwischen Verletzlichkeit und Aggression oszilliert. Beide Männer wetteifern in einigen komplexen und raffiniert gebauten Trios erbittert um Gelsominas Aufmerksamkeit. Beseelt dagegen wirken die Szenen, in denen die beiden Engel (Marc Jubete und David Rodriguez) mit dem Mädchen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2024
Rubrik: Backlights, Seite 51
von

Weitere Beiträge
Notiert 3/24

Der Principal Dancer des Birmingham Royal Ballet, César Morales, verlässt die Company, der er 15Jahre lange angehörte. Morales wird Künstlerischer Leiter des Ballet de Santiago. Auch Koen Kessels verlässt den Posten des Musikdirektors und wechselt zu Het Nationale Ballet nach Amsterdam. Seinen Job als Chefdirigent des Royal Ballet London wird er behalten.

Massimo...

CD, Buch, Film tanz 3/24

CD des Monats
GERSHWIN PLAYS GERSHWIN
Wer kennt ihn nicht: den Triller einer Soloklarinette in tiefer Lage, dem ein aufheulendes, über zweieinhalb Oktaven nach oben steigendes Glissando folgt. Die meisten, die die «Rhapsody in Blue» jemals gehört haben, werden wohl auch das nachfolgende Klavier-Andante nicht mehr aus dem Ohr kriegen. Am 12. Februar 1924 wurde das...

Wen Hui «New Report on Giving Birth»

Einmal plaudert Wen Hui ein Bekenntnis aus. Sie sei nie Mutter geworden, spricht die Pionierin chinesischen Tanztheaters und Goethe-Medaillen-Trägerin ins Headset – da schwingt etwas von Trauer um eine Lebenschance mit. Umso mehr, fügt sie hinzu, empfinde sie sich als Mutter aller Kinder.

«New Report on Giving Birth» knüpft beim Tanzfestival Rhein-Main an Wen Huis...