Nachruf: Joseph Bunn
Im Oktober 2015 hatten ihm die Ärzte mitteilen können, die Leukämie sei aus seinem Blut verschwunden. Geschafft! Joe Bunn schrieb auf Facebook etwas von demütigem Dank an alle, die ihn seit der Diagnose und dem Behandlungsbeginn im Dezember 2014 mit guten Wünschen und Gebeten täglich unterstützt hatten.
Klar, nach der Rehabilitationsphase wollte er wieder als Tänzer arbeiten, im Ballett im Revier, wo er seit 2012 Ensemblemitglied war – ein Hingucker, einer, der viel von sich verlangte und das Gekonnte auch gern zeigte, gepaart mit einer Lust am theatralischen Element des Tanzes, auf sympathische Weise amerikanisch. Das war er ja auch: Geboren 1984 in Connecticut, landete er nach dem Studium und ersten Engagements in den USA aus Liebe zu einer Frau beim Ballett in Ljubljana. Von dort holte ihn Bridget Breiner nach Gelsenkirchen.
Bald nach der guten Nachricht über die Fast-Heilung brauchte Joe Bunn eine Knochenmarkspende. Bridget Breiner und viele Kollegen in den USA halfen bei der Suche. Er bekam die Zellen, im Frühjahr 2016 ging es ihm besser. Geschafft! Dann fiel er ins Koma. Seine Frau bat die Freunde um Stimmen und Töne, die sie ihm ins Krankenhaus brachte. Vielleicht hat er sie ...
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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Menschen, Seite 29
von Melanie Suchy
Wenn die Körperspannung nachlässt, tiefes Durchatmen einsetzt, der Blick alles, was hinter dem Horizont sein mag, zu durchdringen scheint, Wärme im Körper aufsteigt, wenn sich die Kiefermuskeln entspannen und das eigene Lächeln sachte spürbar wird … Das ist es, was ich intuitiv mit «frei sein» verbinde.
Freiheit geschieht. Nach einer langen Steigung beim Wandern,...
Seit 2013 leitet Robert Swinston das Centre National de Danse Contemporaine (CNDC) in Angers. Seine Nominierung löste damals diskreten Zoff aus. Die Stadtväter von Angers hofierten den Amerikaner. Paris hustete: Was bitte sollte Merce Cunninghams langjährige rechte Hand, fast schon sein Ziehsohn, der noch nie in einer anderen Tanzwelt gelebt hatte, an einem CNDC,...
2015 widmete das Festival «Tanz im August» der britischen Choreografin Rosemary Butcher eine Retrospektive: «Memory in the Present Tense». Am 14. Juli ist Butcher nun, im Alter von 69 Jahren, in London gestorben. Der Katalog zur Retrospektive ist erst danach erschienen. Butcher war eine der innovativsten Choreografinnen Europas. Anfang der 1970er-Jahre kam sie in...
