Multitasker
Vergleicht man einzelne Kostümentwürfe Thomas Bradleys, fällt eines ins Auge: Die Details konzentrieren sich immer an der Vorderseite des Körpers. Das ist kein Zufall, wie der Australier erklärt: «Ich setze den Leuten damit etwas direkt vor die Nase. Damit müssen sie sich auseinandersetzen.» Bradley, der seit der Spielzeit 2023/24 bei der Dresden Frankfurt Dance Company tanzt, wuchs in einer Kleinstadt auf, Cootamundra. Sport spielte zeitig in seinem Leben eine große Rolle – sein Vater hatte ihn dazu gebracht, sein Bruder ist in der Rugby League erfolgreich.
Was aber kam bei Bradley zuerst, die Mode oder der Tanz? «Das war die Musik», so seine überraschende Antwort. Bereits im Alter von etwa fünf Jahren kam die unvermeidliche Blockflöte ins Spiel. Als er zehn war, dann der Tanz. In beides würde er nicht ausreichend Zeit investieren können, wie ihm bald klar wurde. «Ich habe mich intuitiv für den Tanz entschieden. Zur Musik kann ich leichter immer wieder zurückkehren als zum Tanz.»
Die lokalen Strukturen waren es auch, die ihm den Weg als Tänzer geebnet haben. Ganze drei Tanzstudios gab es in seiner Nachbarschaft, alle verbunden mit solchen in größeren Städten. Über Melbourne war ...
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Tanz März 2025
Rubrik: Menschen, Seite 18
von Rico Stehfest
Mulhouse
LA QUINZAINE DE LA DANSE
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