münster: Susanne Linke: «Meinstream»

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Der Titel erinnert an «Meinwärts» ihres Kollegen Raimund Hoghe, an sein erstes Solo von 1994. Selbstbefreiung war’s bei ihm. Bei Susanne Linke heißt «Meinstream»: Widerstand gegen den Mainstream. So sah sie das Tanztheater schon immer, auch als es in der Mitte des Einverständnisses angekommen war. Heute ist Susanne Linke Mitglied der Akademie der Künste. Ihr Werk, u. a. das Tanztheater in Bremen, das sie bis zum Jahr 2000 gemeinsam mit Urs Dietrich leitete, existiert nur noch bis Saisonende.

Hier in Münster wird es der vom Gärtnerplatztheater in München kommende Hans-Henning Paar über Bord werfen. Auf Susanne Linke wirkt das wie die Abwicklung einer Gattung.

Und sie greift zu einem Gleichgesinnten: Daniil Charms. Auch der war mal bekannt, posthum, als Peter Urban 1982 eine Charms-Welle lostrat, drei Bände ins Deutsche übertrug. Charms, Schriftsteller, Verfolgter, Sonderling, 1942 in einer Gefängniszelle der Sowjetunion verhungert, veranstaltete als 22-Jähriger im Leningrader Haus der Presse eine Soiree. Igor Bachterev erinnert sich daran: «In der ersten literarischen Stunde kam Charms auf einem schwarz lackierten Schrank hereingefahren, der von meinem Bruder und einem Freund ...

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Tanz März 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 44
von Arnd Wesemann

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