München

Zu Besuch bei Konstanze Vernon. In ihrer Münchner Bosl-Stiftung geht es herzhaft klassisch zu. Auch nach der Emeritierung als Leiterin der Ballettabteilung an der Staatlichen Musikhochschule ist ein Ende ihrer Regierung nicht in Sicht

Warum sollte sich etwas ändern? Es läuft doch alles. Konstanze Vernon, bis 1980 siebzehn Jahre lang Ballerina an der Bayerischen Staatsoper, Gründerin des Bayerischen Staatsballetts und dessen Chefin von 1988 bis 1998, wird aus Altersgründen emeritiert. Auch wenn ihr Nachfolger für die Professur in Ballettpädagogik an der Ballettakademie in München bereits ausgeschrieben ist, wird sie weiterhin die Fäden in der Hand behalten. Es wird ein Lehrer kommen, der ihren Titel erbt. Aber gemacht wird, was sie sagt.

Konstanze Vernon genießt, kulturministeriell beglaubigt, als Leiterin eines der größten Ballettausbildungsinstitute in Deutschland Narrenfreiheit.

Als sich in Berlin die gesamte deutsche Tanzwelt zum Tanzkongress traf, fehlt diese prominente Vertreterin der Ballettklassik. Konstanze Vernon probte in diesen Tagen mit ihren Studenten für die inzwischen traditionelle Bosl-Matinee in der Bayerischen Staatsoper, die sie wie immer auch selbst moderiert. «Ich lasse mir dann erzählen, was dabei rausgekommen ist», sagt sie. Den Einwand, beim Kongress käme es möglicherweise nicht auf ein Ergebnis an, hier ginge es vielmehr um Austausch, Kontakte und eine Standortbestimmung des Tanzes, ...

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Tanz August/September 2006
Rubrik: Schulen unter der Lupe, Seite 67
von Eva-Elisabeth Fischer

Vergriffen
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