Monte Verità
«Bis heute weiß man bei den wenigsten Fotografien, die vom Monte Verità überliefert sind, wer sie gemacht hat», heißt es im Nachspann. «Es könnte eine Frau wie Hanna Leitner gewesen sein.»
Hanna Leitner. Noch bevor der Film richtig begonnen hat, heißt es im Befehlston: «Hanna, nimm Deinen Platz ein!».
Und Hanna, verkörpert von Maresi Riegner, die einen auf den ersten Blick an die junge Helena Bonham-Carter erinnert, fügt sich ein in das Bild, das sich ihr fotografierender Ehemann von der Gesellschaft macht: das Haar kunstvoll aufgetürmt und die Augen angstgeweitet, weil sie wieder einmal einen ihrer asthmatischen Anfälle fürchtet. «Beherrsch Dich!», flüstert ihr bedrohlich der Gatte zu. Und Hanna, bis zum Hals zugeknöpft, hält so lange den Atem an, bis die Szene endlich im Kasten ist – und eine der Beteiligten in Ohnmacht fällt.
Um wenig später fluchtartig das großbürgerliche Heim und damit die ganze Familie zu verlassen. Warum, weiß sie wohl selber nicht. Der Weg von Wien nach Ascona ist weit, und als sie endlich spätabends das Sanatorium «Monte Verità» erreicht, ist sie viel zu erschöpft, um den Berg der Wahrheit in seiner ganzen Wucht wahrnehmen zu können. Erst am nächsten ...
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Tanz Dezember 2021
Rubrik: Tanz im Kino, Seite 14
von Hartmut Regitz
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