Monacos Meister
Kein Abschied. Jedenfalls nicht für Jean-Christophe Maillot. «Les Adieux» heißt das Stück, mit dem sich im Dezember 1986 der damalige Direktor des Centre Chorégraphique National de Tours an seiner späteren Arbeitsstätte vorstellt: ein Ballett, choreografiert zu Haydns Abschiedssymphonie, das sicher nicht die Welt «bewegt», aber dem gerade mal 26-Jährigen immerhin das vertrauensvolle Angebot einträgt, es doch mal mit dem «Wunderbaren Mandarin» zu versuchen – bekanntlich eins der schwierigsten Stücke der Ballettliteratur.
Todesmutig, sich der Möglichkeit seines Scheiterns stets bewusst, nimmt der langjährige Interpret John Neumeiers die Herausforderung an – und stellt ein halbes Jahr später einen Bartók auf die Beine, über den seinerzeit selbst der so gestrenge Kritiker des Pariser «Figaro» ins Schwärmen gerät: «La construction est sans faille. L’interprétation en est tout à fait remarquable.»
Einladungen folgen. Und offenbar geraten «Du haut de» (zu einer Komposition von Olivier Messiaen) und Ravels «L’Enfant et les sortilèges» so vielversprechend, dass ihn S. A. R. la Princesse de Hanovre (damals noch verheiratete Casiraghi, besser bekannt als Caroline von Monaco) Anfang 1992 zum ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August-September 2023
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Hartmut Regitz
Schulgründung
BALLETTAKADEMIE HALLE
Halle hat eine gutgehende Tanzsparte – aber bislang keine einzige Ballettschule vor Ort. Das hat sich nun geändert: Emma Louise Harrington, die ab 2015 an den Bühnen Halle getanzt hat, steht nunmehr der Ballettakademie am Opernhaus vor. Kinder können hier je nach Alters- und Leistungs-Niveau trainieren, gegebenenfalls auch auf...
Bevor sich der Vorhang öffnet, treten zwei Paare zum Schlussapplaus heraus – Signal für: Achtung, hier wird gleich seitenverkehrt gespielt. In der Tat zäumt Demis Volpi seine am Düsseldorfer Opernhaus uraufgeführte «Giselle«-Version zeitlich von hinten auf. Die Ausgangsposition ist ein xbeliebiges Theater, an dem gerade eine x-beliebige Inszenierung des Klassikers...
«Das Tanzkunstwerk hat seine Zeit, nicht anders als der Tänzer selber der Zeitspanne verhaftet ist, die es ihm gestattet, sich seines Körpers als Instrument souverän zu bedienen. Das ist das tänzerische Schicksal. Wir alle haben es erfahren und anerkennen müssen. Und doch geschieht nichts umsonst. Alles Gelebte und aus dem Erlebten Gestaltete erhält und erfüllt...
