micha purucker...

...redet Klartext. Was braucht die Tanzkunst wirklich? Der Münchner nimmt die Stadt in die Pflicht und hält alte Netzwerke für diskussionsbedürftig.

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Micha Purucker, das Gelände schwere reiter an der Ecke Dachauer Straße und Schwere-Reiter-Straße wurde der Kunst zugeschlagen. Das gilt als eine der jüngsten Großtaten der Münchner Kulturpolitik. Die freie Tanzszene probt, tritt hier auf, im vergangenen Sommer fand das Festival «Rodeo» statt, Sie haben kürzlich Ihren Abend «Assorted Oddities» in der ehemaligen Kaserne aufgeführt.

Die – so hört man von der Stadt – einerseits bald abgerissen werden soll, andererseits soll hier ein «Kreativquartier» entstehen, und wenn die Olympischen Winterspiele 2018 kommen sollten, sieht eh alles anders aus. Oder?
Es gibt sehr viele Versionen und großen ökonomischen Druck, das ist immer das Gleiche. Unter dem Begriff Kreativquartier versteht jeder etwas anderes. Der Investor denkt, prima, da machen wir eine schräge Bar, setzen Werbe- und PR-Menschen rein, dann sagen die Leute nicht mehr, ich wohne auf dem Militärgelände, sondern im Kreativquartier. Den Künstlern hier geht es darum, den Zipfel festzuhalten, den sie haben, oder einen zu bekommen, wenn sie noch keinen haben: Sicher ist nur, irgendjemand wird in diesem offensichtlich notwendigen Kuddelmuddel sehr viel Geld verdienen.

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Tanz April 2011
Rubrik: menschen, Seite 20
von Katja Schneider

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