mensch raum maschine
Es geht rechtsrum und linksrum, aufwärts und abwärts auf spiralförmigen Bahnen in einem gläsernen Turm, den László Moholy-Nagy, Meister am Bauhaus, 1922 dynamisch schräg aufs Papier gestellt hat. Als ob Bewegung wie Drehen und Kreiseln Architektur geworden wäre, samt einer Prise purer Lust an der Eroberung des Raums, so wirkt diese als «Kinetisch-Konstruktives System» bezeichnete Zeichnung. Sie ist Teil der Ausstellung «Mensch-Raum-Maschine» am Bauhaus Dessau, die den Bühnenexperimenten der berühmten Schule gewidmet ist.
Moholy-Nagy war Leiter der Metallwerkstatt und interessiert an Fotografie, Film, Licht und Bewegung. Auf ihn geht ein schwarzweißes Lichtspiel zurück, erzeugt von einem Apparat aus Spiegeln, Gittern und Lochblechen, die – umeinander kreisend – fortwährend neue Muster von Licht und Schatten erzeugen. Dieses Spiel des «Modulators» hat Moholy-Nagy selbst auf Film festgehalten und durch Doppelbelichtung noch einmal die Effekte der Transparenz potenziert. Es ist ein wunderbarer Tanz abstrakter Elemente, der bis heute viel von der Euphorie transportiert, in neue Räume aufbrechen zu wollen – im ästhetischen Sinn zunächst. Dass dies auch ein Hebel zum ...
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Tanz Januar 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Katrin Bettina Müller
Einer, der Handlungsballett kann, wird gehandelt wie eine schwarze Perle. Als solcher wird nun Michael Pink in Augsburg angepriesen. Der Engländer war Tänzer beim Royal Ballet und leitet in den USA das Milwaukee Ballet, wirkt also in der Geburtsstadt John Neumeiers. Für sein Augsburger Debüt kehrte er zurück zu dem, was vielleicht den Kern seiner Sehnsucht in...
Vor dem Film kommt die Werbung. Das ist auch im Theater nicht anders. «Sunset Boulevard» steht auf dem Programm, frei nach dem Hollywood-Hit von Billy Wilder, und wie im Kino ist nach dem Gong nicht gleich das Eigentliche zu erleben, sondern als Vorspann auf der Leinwand erst ein Hinweis auf den Produktionssponsor. «Tanz ist Energie» heißt es da zunächst...
ein Chinese, der seiner Heimat entfloh, weil ihn – wie so viele andere Künstler auch – der Machtrausch der Mao-Nachfahren in die Enge trieb. Viele Jahre später kam ihm ein Nationalepos in den Sinn, das von Aufbegehren und Wagemut kündet, und so erzählte er diesen «Traum der roten Kammer» neu, mit den Mitteln des Tanzes. Was geschah? Kaum hatte er seine...
