Mei Hong Lin: "VergissMeinNicht"

Darmstadt

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Ach, wie die Zeit vergeht! Bei Federico García Lorca sollen das wechselnde weibliche Kleidermoden verdeutlichen und das wiederholt zitierte Gedicht von einer Rose, die Farbe und Festigkeit wechselt, bis sie vergeht. Die Hauptfigur im Drama «Doña Rosita bleibt ledig oder Die Sprache der Blumen» (ca. 1935) ist so ein Blümchen. Ihr Bienerich schnüffelt an ihr und macht sich fort – Arbeit, Arbeit. Verspricht wiederzukommen, die Heirat, sie glaubt, sie wartet. 26 Jahre, dann hat er eine andere, und sie hat keinen. Irgendwie hat sie es geahnt und auch so gewollt, das ist Doña Rosita.

Mei Hong Lin bebildert dieses Drama der Zurückhaltung als «VergissMeinNicht» («frei nach Motiven») und erfindet eine Erklärung für Rositas Verzicht. Schiebt  den 1936 erschossenen homosexuellen Dichter selbst auf die Bühne. Gleich zu Beginn wird der Kerl  ermordet und geistert fortan mit kalkweißem Gesicht und rotgeränderten Augen durchs Stück herum wie der personifizierte Trübsinn oder zieht Rosita, seine Züchtung, in ein langsames Duett von Stützen und Gleiten. Ein Kontakt ohne Blicke, doch hautnah. Einmal tanzen sie mit einem Spiegel, suchen sich selbst oder den anderen und erkennen doch nichts – schönes ...

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Tanz Februar 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 46
von Melanie Suchy

Vergriffen
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