Mark Morris

Tanz - Logo

Einen gestandenen Choreografen wie Mark Morris als Hoffnungsträger zu bezeichnen, mag manchem als kühn erscheinen. Hochgejubelt hat man ihn Mitte der 1980er Jahre als «Mozart des Tanzes», weil hier einer war, der hoch musikalisch Barockes tanzte und tanzen ließ in einer Zeit, da Musik von Tanztheaterchoreografen allenfalls als Beiwerk benutzt wurde. Ich habe damals diese Meinung nur bedingt geteilt, da Morris in meinen Augen mit vielen Schrittchen die getanzte Mimikry der jeweiligen Partitur herstellte, aber recht eigentlich nicht zum Wesen der Komposition vorstieß.

Was er dann als Ballettchef am Monnaie in Brüssel machte, habe ich zum Teil als ziemlich albern in Erinnerung. Auch seine Stücke für das von ihm geleitete und beförderte White Oak Dance Project hinterließen keinen bleibenden Eindruck. Umso verblüffender war das Wiedersehen mit Morris und seinen fantastischen Tänzern anlässlich eines Gastspiels der Mark Morris Dance Group beim Holland Festival im Amsterdam. Längst nicht nur äußerlich gereift, präsentierte er zwei Choreografien aus den vergangenen vier Jahren, die seine stupende Musikalität bestätigten. Und nicht nur das. Er versteht es nunmehr, mit einer verblüffenden ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2007
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 119
von Eva-Elisabeth Fischer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Natalia Osipova

A Star is born, und wenn der Eindruck beim Bolshoi-Gastspiel in Baden-Baden und München nicht täuscht, haben wir es bei Natalia Osipova mit einer fixen Größe am Balletthimmel zu tun. Kometenhaft ist die inzwischen 21-Jährige seinerzeit aufgetaucht, und schon als Gruppentänzerin des Moskauer Bolshoi debütierte sie im November 2005 an der Seite von Andrei Bolotin als...

Alex Wengler

Die Moving Shadows um Alex Wengler: Im Frühling lud das Londoner Sadler’s Wells die österreichischen Urban Dancer zum heiß begehrten, weil hochkarätig besetzten Breakin’ Convention-Festival. Unter dem Titel « Ballett für B-Boys» schrieb der Spiegel: «Bei experimentelleren Gruppen war der Überraschungs-Faktor hingegen hoch. Die österreichische B-Boy-Gruppe Moving...

Jeremy Wade

Jeremy Wade ist der heißeste Newcomer der Berliner Tanzszene. Der New Yorker Bessie-Award-Gewinner zog im letzten Sommer in die deutsche Hauptstadt und war bald in aller Munde. In seinem Solo «Feed», das in der Berliner tanzfabrik uraufgeführt wurde, erwies Wade sich als begnadeter Performer. Zu sehen war ein Körper, der von Triebregungen durchpulst wird – und...