Mario und Silvana Schröder «Schließe deine Li(e)der»
Die Geschwister Schröder setzen Himmel und Hölle in Bewegung, um beides geht es schließlich im «Lied von der Erde» Gustav Mahlers, das den Schlusspunkt setzt unter ihren gemeinsamen Abend mit dem doppeldeutigen Titel «Schließe deine Li(e)der». Immer wieder knicken die Beine der Tänzer ein. Während die Sängerin Marina Fideli ihr «Ewig ... ewig ...» verklingen lässt, teilt sich das Ensemble in zwei Gruppen, die einander durchdringen, bevor einer nach dem anderen im Dunkeln verschwindet – gleichsam von der Erde verschlungen.
«Der Tod ist die Rückkehr ins Leben», heißt es im Programmheft. Darum choreografieren Bruder und Schwester für das ballettKIEL einen «Kreislauf des Lebens», der den «Kreislauf der Liebe» im ersten Teil kontrapunktiert. Den wiede-rum gestalten sie getrennt, Wagners «Wesendonk-Lieder» hier, die «Lieder eines fahrenden Gesellen» Gustav Mahlers da. Oliver Preiß steht in beiden Stücken seinen Mann, und er ist es, der den Abend «durchwandert»: Projektion geheimer Sehnsüchte, realer Partner und Protagonist einer Einsamkeit, der am Ende vom Lied jede Emotion ersterben lässt.
Beide nehmen ihre Lieder beim Wort, ohne die Musik zu bebildern. Kantig wirkt die Bewegungssprache ...
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