Mario und Silvana Schröder «Schließe deine Li(e)der»

Kiel

Tanz - Logo

Die Geschwister Schröder setzen Himmel und Hölle in Bewegung, um beides geht es schließlich im «Lied von der Erde» Gustav Mahlers, das den Schlusspunkt setzt unter ihren gemeinsamen Abend mit dem doppeldeutigen Titel «Schließe deine Li(e)der». Immer wieder knicken die Beine der Tänzer ein. Während die Sängerin Marina Fideli ihr «Ewig ... ewig ...» verklingen lässt, teilt sich das Ensemble in zwei Gruppen, die einander durchdringen, bevor einer nach dem anderen im Dunkeln verschwindet – gleichsam von der Erde verschlungen.

«Der Tod ist die Rückkehr ins Leben», heißt es im Programmheft. Darum choreografieren Bruder und Schwester für das ballettKIEL einen «Kreislauf des Lebens», der den «Kreislauf der Liebe» im ersten Teil kontrapunktiert. Den wiede-rum gestalten sie getrennt, Wagners «Wesendonk-Lieder» hier, die «Lieder eines fahrenden Gesellen» Gustav Mahlers da. Oliver Preiß steht in beiden Stücken seinen Mann, und er ist es, der den Abend «durchwandert»: Projektion geheimer Sehnsüchte, realer Partner und Protagonist einer Einsamkeit, der am Ende vom Lied jede Emotion ersterben lässt.

Beide nehmen ihre Lieder beim Wort, ohne die Musik zu bebildern. Kantig wirkt die Bewegungssprache ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 44
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Leserbrief

Re: Was denkt ... Annette von Wangenheim (ballet-tanz 10/07): Ihr Artikel hat mir sehr gefallen. Ich habe mich bisher über jede Tanzsendung gefreut, die ich im Fernsehen erwischen konnte. Nicht immer ist das Geld vorhanden, zu den Aufführungen zu gehen, obwohl ich oft über meine Verhältnisse lebe, um dieser Freude zu frönen. So war ich fest programmiert, an den...

Lode Devos’ «Brel – Getanzte Chansons»

Links ein altes Mikrofon. Zu Klavier und Kneipengesäusel tragen auf schwarzer Szene Kellner weißes Mobiliar ins Freie. Ein Sänger erscheint nicht, dafür seine Stimme: von der Gewalt eines ganzen Orchesters. Jacques Brel, Belgiens großer Chansonnier, dem der Chemnitzer Ballettchef Lode Devos nun huldigen wird, zieht die je zehn weiblichen und männlichen Cafégäste...

Auf der anderen Seite

In den Kinos läuft Fatih Akins «Auf der anderen Seite». Der Film zeigt einen Totenhandel zwischen Bremen und Istanbul. Eine türkische Gegnerin des türkischen Staats wird von der deutschen Justiz an ihr Land ausgeliefert, das sich gefälligst an die EU-Normen eines Rechtsstaats halten soll. Die ihr zu Hilfe eilende deutsche Geliebte wird in Istanbul auf offener...