Marco Santi
In bernarda albas haus tanzt sie aus der Reihe: Adela, die Jüngste. Während sich ihre Schwestern in Repressions- und Sehnsuchtsspielen erschöpfen, lässt sie ihrer Laszivität freien Lauf. Voller Verlangen wirft sich Adela immer wieder lustvoll aufs Bett: ein keineswegs obskures Subjekt der Begierde, sondern eine Frau, die ihr Recht auf gelebte Sexualität fordert. Zaida Ballesteros Parejo verkörpert sie am theater osnabrück. Hoch über ihr schwebt noch ein Bett, in dem sich Apolonia Kubala als Bernardas Mutter häuslich eingerichtet hat.
Wie von einem Mastkorb aus singt sie ein paar Schlager, gibt sich erbarmungslos und findet dafür nicht nur Worte García Lorcas, sondern auch von Abdallah Ibn Abbas, Elfriede Jelinek, Lily Brauner und Pier Paolo Pasolini. Denn marco santi geht es weniger um eine «Frauentragödie in spanischen Dörfern» als um ein Tanzstück für das gesamte Ensemble, zu dem Roderik Vanderstraeten den stimmungsvollen Soundtrack beigesteuert hat. Ensemble heißt auch, dass die Männer in das Geschehen sichtbar einbezogen werden. Hinter einem Plastikvorhang (Bühnenbild: Katrin Hieronimus) agieren sie nicht nur als potente Projektionsflächen weiblicher Wunschträume. Sie ...
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Sidi Larbi Cherkaoui ist ein Glaubensforscher. Die Religionen und ihr ideologisches Unheil für die Menschheit, das Paradox zwischen menschlicher Offenbarungssehnsucht und religiöser Tyrannei sind hinreichend Stoff für ein künstlerisches Lebensthema.
In «Origine» will er grundsätzlich werden, zurück zu den Wurzeln der Wurzeln. Von der Mythogenese bis zur...
Beijing rüstet für Olympia. Alle wollen dabei sein: die Industriestaaten natürlich, mit Tanz vom Feinsten. Aber was macht, zum Beispiel, Ägypten? Der Konsul der ägyptischen Botschaft in Beijing, Nasser Abdel-Aal, sponsert eine chinesische Ballett-Tänzerin, die in Kairo Bauchtanz studierte und nun zurückgekehrt ist, um den Frauen die Köstlichkeiten wahrer Erotik,...
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