Foto: Estelle Valente/Teatro São Luiz

Marco da Silva Ferreira

30 Tanzkünstler mit den besten Aussichten

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Still und leise, sanft und diskret hat er sich in die internationale Szene vorgearbeitet. Überraschende Eigenschaften, besonders wenn man sich anschaut, was der Portugiese Jahrgang 1986 so auf der Bühne anstellt.

Sein Stück «Brother» (2017) beispielsweise kann man auf zwei Ebenen lesen: einmal, oberflächlich und spontan betrachtet, als Patchwork mit Bezügen, die von Urban Dance bis Christian Rizzo reichen; dann aber auch als quasi live choreografiertes, dichtes und strategisch nachgerade perverses Body-DJ‘ing, so man den Tanz tatsächlich noch als konkretes Material und nicht als flüchtige Metapher versteht. Die sechs Tänzer treten maskiert und buchstäblich mit offenen Armen auf, so als lüden sie die Zuschauer auf die Bühne ein. Der satirische Ausdruck auf ihren Gesichtern scheint an das Gelächter anzuknüpfen, mit dem Ferreiras Choreografie «Hu(r)mano» (2015) geendet hatte, doch einen Augenaufschlag später schon zieht es uns in einen regelrechten Bewegungs-Tumult hinein, der die Nacktheit des Königs (des Zuschauers) ausstellt. Wir werden regelrecht von Tänzer zu Tänzer weiterge-reicht, weitergegeben wie ein Ball, der nie den Boden berühren darf. Ein neckisches Spiel, das die Sinne kitzelt und niemals zur Ruhe kommt; das brutal ist, während es scheinbar freundlich daherkommt; das unbefangen wirkt und doch sehr ernst ist. ...

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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 172
von Tiago Bartolomeu Costa

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