Luxus Tanz

Die frühe Tanzausbildung steht vor einer unsicheren Zukunft. Mit möglicherweise fatalen Folgen, wie Sarah Heppekausen berichtet

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Existenzangst geht um unter Tanzpädagog*innen. Die mögliche Abschaffung der Umsatzsteuerbefreiung sowie das sogenannte «Herrenberg-Urteil» sorgen für reichlich Unsicherheit in der Szene: 2022 urteilte das Bundessozialgericht, dass eine Klavierpädagogin, die 15 Jahre auf Honorarbasis in einer Herrenberger Musikschule gearbeitet hatte, ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis unterhielt – mit Anrecht auf gesetzliche Sozialversicherung. Zudem stimmte der Bundestag im Oktober einem Gesetzesentwurf zu, der private Tanz- und Musikschulen nicht mehr gänzlich von der Umsatzsteuer befreit.

Am 22. November (nach Redaktionsschluss) ist das Jahressteuergesetz 2024 Thema im Bundesrat. Noch sei also nichts beschlossen, sagt Jaš Otrin, Geschäftsführer des Deutschen Berufsverbands für Tanzpädagogik (DBfT). Aber eben diese Rechtsunsicherheit, die jetzt seit Monaten vorherrsche, sei das größte Problem. Worum es geht: Qualifizierter Tanzunterricht, ebenso wie Musik- und Kunstunterricht, ist bislang von der Umsatzsteuer befreit. So entspricht es den EU-Richtlinien, nach denen Bildung grundsätzlich umsatzsteuerbefreit sein soll. Da geht es um Tanzkurse für Kinder, um Schul- und Hochschulunterricht, um ...

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Tanz Dezember 2024
Rubrik: Praxis, Seite 62
von Sarah Heppekausen

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