Lucia Lacarra

Lucia Lacarra, die Startänzerin am Bayerischen Staatsballett, ist Diplomatin und Künstlerin in einem. So einer begegnet man nur in virtuellen Dimensionen. Oder man wartet so lang wie Katja Werner, um der Monarchin als Nachbarin näher zu kommen

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Ich jage ein Phantom. Seit Tagen, Wochen. Halte mich am Telefon zur Verfügung. Starre nervös auf mein elektronisches Postfach. Vergesse zu essen. Stattdessen unternehme ich endlose Streifzüge im virtuellen Dschungel.

Was steht da über sie? Sie sei «transparent», «irreal», «übernatürlich», «entrückt», «ephemer», «ideal», «eine Verlockung», «die reine Perfektion», «eine Vision», «a tease» – aber soll mich das beruhigen, dass bloggende Fans vor Suchtgefahr warnen? Dass sie, Lucia Lacarra, in ihrer Unfassbarkeit nichts von ihrer Anziehung verliert, wie eine Fata Morgana, betörend und grausam gleichgültig? Da, ein Fetzen. Drei Minuten zweiundvierzig auf YouTube, ein Rettungsanker. Wenn ich ihr Abbild hier finde, heißt das, es gibt sie wirklich? Natürlich nicht, Dummchen. Oder gibt es Dracula, King Kong, McGuffin, Dornröschen? Dunkle Gedanken; nur jetzt den Mut nicht verlieren.

Noch einmal gehe ich in die Offensive. Meine Anfragen bleiben unbeantwortet oder die Antworten ausweichend. Am einundzwanzigsten Tag packt mich die Angst vor dem schieren Nichts. Ich habe sie erst neulich auf der Bühne gesehen. Aber nur kurz; viel zu tanzen gibt es ja für das verwunschene Dornröschen nicht. Wenn ...

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Tanz Juli 2007
Rubrik: Portrait, Seite 50
von Katja Werner

Vergriffen
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