Lin Hwai-Min

Der Starchoreograf aus Taiwan über den Tod, das Leben und die Zukunft des Cloud Gate Dance Theatre. Im Gespräch mit Renate Klett

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Als Sie 1973 das Cloud Gate Dance Theatre gründeten, war es die erste professionelle Kompanie für modernen Tanz in Taiwan. Wie war die Situation damals, was fanden Sie vor?

Nicht viel. Es gab private Ballettschulen, die schreckliche «Giselles» aufführten. Alles war dilettantisch, auch die damalige Tanzabteilung der Universität. Es gab lauwarme Moderne, zeitlich arg versetzt aus Tokio übernommen. Wir aber schauten nach New York, unsere Inspiration waren José Limón, Paul Taylor, Alvin Ailey, deren Kompanien hier gastierten und mich sehr beeindruckten.

Als ich 14 war, sah ich José Limón in «Moor’s Pavane» – damit begann meine Sehnsucht nach Tanz. Aber ich wurde erst einmal Schriftsteller und als solcher ziemlich berühmt – dadurch bekam unsere Tanzkompanie von Anfang an viel Aufmerksamkeit. Trotzdem hatten wir finanzielle Probleme – haben sie bis heute –, und deshalb löste ich die Kompanie 1988 auf. Drei Jahre später gründeten wir sie neu, nun mit einer öffentlichen Subvention von sechzehn Prozent. Das bedeutet, dass wir mehr als achtzig Prozent unseres Budgets selbst aufbringen: fünfzig durch Kartenverkauf, über dreißig Prozent durch Sponsoring. In den USA gilt das Verhältnis von je ...

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Tanz November 2009
Rubrik: Lin Hwai-Min, Seite 62
von Renate Klett

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