limen & dyad 1909

Wenn Wayne McGregor choreografiert, setzt er einen gewaltigen Theorieapparat in Gang. Sei es für sein Merce Cunningham gewidmetes «Dyad 1909» oder für «Limen», das am Royal Opera House in London herauskam. Mike Dixon sah beide Stücke. Ohne theoretisch zu werden

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Wayne McGregor ist vieles: eloquent, hochintelligent, neugierig; er überschreitet gern die Grenze zwischen Kunst und Wissenschaft, ist ein guter Partner für seine unterschiedlichen Mitstreiter. Ein Theatermann ist er, aber choreografisches Genie und Vielseitigkeit fehlen ihm. Die Entwicklung von «Chroma» (2006) über «Infra» (2008) bis zu seinem jüngsten Werk «Limen» – alle für das Royal Ballet – zeigt gewisse choreografische Fortschritte. Nur ist Fortschritt eigentlich ein zu großes Wort.

Die Stücke sind alle vergleichbare Variationen über abstrakte, schwer fassbare Ideen und liefern sehr ähnliche Ergebnisse. McGregor diskutiert dabei gern die intellektuellen Fundamente seiner verschiedenen Arbeiten und beschwert sich darüber, dass die Leute erwarten würden, dass seine Stücke diese Grundgedanken auch illustrieren oder repräsentieren. Ist ja in Ordnung, dass er seine ursprünglichen Ideen ehrlich erläutert, aber dann überlässt er es den Stücken, für sich ganz allein zu sprechen.

Das Hauptproblem bei der Intellektualisierung der naturwissenschaftlichen oder philosophischen Standpunkte, die eine zeitgenössische Choreografie angeregt haben, ist der hohle Klang von solchen Ideen, wenn ...

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Tanz Dezember 2009
Rubrik: Premiere, Seite 24
von Mike Dixon

Vergriffen
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