Kuss der Kulturen
Den Traditionalisten wird es wie ein Sakrileg erscheinen. «Sarab», die neue, im tanzhaus nrw uraufgeführte Choreografie von Montse Sánchez für Increpación Danza aus Barcelona, verzichtet auf alles, was zum Flamenco gehört: Gitarren, Life-Gesang, fast sogar auf das Stakkato stampfender Tritte. Aus den Lautsprechern dringt bei den 1993 gegründeten Erneuerern des Flamenco arabische Musik. Denn sie unternahmen eine Reise nach Marokko und präsentieren in «Sarab» – zu Deutsch etwa: «Fata Morgana» oder «Trugbild» – die Eindrücke dieser Begegnung.
Die Bühne ist von einem durchsichtigen Vorhang zweigeteilt in eine männliche und eine weibliche Welt. Hinter dem Vorhang befindet sich, leicht verunklart, das Reich der Frauen, für das fünf Tänzerinnen stehen, die in weite arabische Gewänder gehüllt barfuß tanzen und die arabische Musik mit Schlägen auf ihren Tamburins akzentuieren. Der schmale Raum vor dem Vorhang bleibt zwei Männern vorbehalten; einer der beiden trägt ein Trikot des FC Barcelona. Ihre Bewegungen aus anrempelnden Turnereien und Breakdance-Anklängen wirken zunächst tölpelhaft, aber wenigstens einer der beiden Männer legt sich bald mit stampfenden Flamenco-Schritten eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Als Mann mit den Fußsohlen aus Wind hat Verlaine seinen Freund Rimbaud bezeichnet. Der Afrikaner Koffi Kôkô könnte sein Nachfahre sein. Der Kurator und Choreograf ist ein Global Player im Tanz. Daneben wirkt er als Voodoopriester in seinem Land Benin. Das Luzerner Tanztheater-Ensemble von Verena Weiss verpflichtete Kôkô und die Taiwanesin Chiang-Mei Wang als...
Liebe Leserinnen,
Sie haben die absolute Mehrheit. Der Tanz ist, laut Ihrer zahlreichen Reaktionen auf die Leserumfrage vom Februar, weiblich, steht zu fünfzig Prozent auf Spitze und beflügelt die Redaktion mit einer Menge von «Weiter so!»-Wünschen. Ihre Kritik macht uns Beine.
ballet-tanz bleibt eine Augenweide, wird immer für eine Überraschung gut sein und...
Nicole Caccivio, in Biel/ Schweiz geboren, ist nach ihrer Tanzausbildung (u. a. Rambert School in London und Cunningham Studies in New York) seit 1983 in der freien Tanzszene tätig. Von 1988 bis 1994 leitete sie zusammen mit Roberto Galván die Cie Ljada/Biel. 1996 übernahm sie eine Gastchoreografie beim Sarajevsky Ballet («The Power of Pain»), die erste Premiere...
