Kuss der Kulturen
Den Traditionalisten wird es wie ein Sakrileg erscheinen. «Sarab», die neue, im tanzhaus nrw uraufgeführte Choreografie von Montse Sánchez für Increpación Danza aus Barcelona, verzichtet auf alles, was zum Flamenco gehört: Gitarren, Life-Gesang, fast sogar auf das Stakkato stampfender Tritte. Aus den Lautsprechern dringt bei den 1993 gegründeten Erneuerern des Flamenco arabische Musik. Denn sie unternahmen eine Reise nach Marokko und präsentieren in «Sarab» – zu Deutsch etwa: «Fata Morgana» oder «Trugbild» – die Eindrücke dieser Begegnung.
Die Bühne ist von einem durchsichtigen Vorhang zweigeteilt in eine männliche und eine weibliche Welt. Hinter dem Vorhang befindet sich, leicht verunklart, das Reich der Frauen, für das fünf Tänzerinnen stehen, die in weite arabische Gewänder gehüllt barfuß tanzen und die arabische Musik mit Schlägen auf ihren Tamburins akzentuieren. Der schmale Raum vor dem Vorhang bleibt zwei Männern vorbehalten; einer der beiden trägt ein Trikot des FC Barcelona. Ihre Bewegungen aus anrempelnden Turnereien und Breakdance-Anklängen wirken zunächst tölpelhaft, aber wenigstens einer der beiden Männer legt sich bald mit stampfenden Flamenco-Schritten eine ...
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Münchens Kulturreferentin Lydia Hartl hat eine Podiumsdiskussion zum Thema «Tanz braucht eigene Strukturen» beim Tanzkongress in Berlin zum Anlass für eine vollmundige Erklärung genommen: Tanzplan-vor-Ort habe ihr sehr geholfen, beim Stadtrat ein Tanzhaus durchzusetzen. Bekommt München wirklich ein Tanzhaus? Oder ein Performing Arts Centre, wie dies bereits Hartls...
In January 2007 Betsy Gregory will formally become Artistic Director of Dance Umbrella and Val Bourne will step down after directing the 2006 season. Bourne founded Umbrella 28 years ago and introduced the best modern dance from the USA as well as presenting and nurturing the cream of British talent. Arnie Zane, Bill T. Jones and Mark Morris were among her first...
Carlos Saura hat einen neuen Film gedreht. Der Drehort ist die Bühne, dort, wo seine jahrelange Beschäftigung mit Flamenco – «Carmen» (1983), «Sevillanas» (1992) und «Flamenco» (1992) – wohl auch enden musste. Bis dahin war Flamenco für Saura eine Kunst der Fiktion. In «Carmen» ließ er den einen Choreografen mimenden Antonio Gades an der erotischen Wirklichkeit...
