Küsse und Bisse

Vom Bolschoi verbannt, in Berlin revitalisiert: Das Staatsballett bringt die Großproduktion «Nurejew» auf die Bühne – mit neuen Elementen. Bei Proben mit dem Choreografen Yuri Possokhov war Dorion Weickmann

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Knallkalter Winter und Nahverkehrsstreik an diesem Februarvormittag: Wahrscheinlich gibt es nur einen einzigen Mann, der sich über die satten Minustemperaturen freut. Zu Gast beim Staatsballett: Yuri Possokhov, einer der eminenten Choreografen der Gegenwartsklassik und Kirill Serebrennikovs Sparringspartner bei «Nurejew» (tanz 2/18).

Die Temperaturen mögen ihn sowohl an das Land seiner Geburt als auch an die Stadt seiner Lehrjahre erinnern: Possokhov wurde 1964 in Luhansk in der heutigen Ukraine geboren, erhielt seine Ausbildung in Moskau bei Pyotr Pestov, tanzte am Bolschoi, in Kopenhagen und San Francisco. Dort hat er gerade «Eugene Onegin» inszeniert (S. 14), an russischen Theatern laufen seine Arbeiten weiter – ein Interview? Mag er nur schriftlich führen. Was zunächst irritiert, nach dem Besuch einer Probe indes nur folgerichtig scheint. Abgesehen davon, dass sich Possokhov angesichts der Lage wohl kaum offenherzig zur Situation in Ost und West äußern könnte, weil ihm das auf allen Seiten beträchtlichen Ärger einhandeln dürfte, wirkt dieser Choreograf wie ein passionierter Wanderer zwischen den Welten, der am Ende nur eine einzige Heimat hat: den Ballettsaal.

Ein Mann ...

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Tanz März 2026
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Dorion Weickmann

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