Kraftfelder
Vancouver, British Columbia: In Kanadas westlichster Provinz, an den kalten Pazifikstränden zu Füßen der North Shore Mountains, brennen zwei Menschen für eine gemeinsame Tanz-Vision. David Raymond und Tiffany Tregarthen sind buchstäblich besessen von der Physik des bewegten Körpers ebenso wie von jenen inneren Seinszuständen, die diese Bewegung mit Farbe erfüllen. Seit fast 20 Jahren widmen sie sich einem Thema, das sich auch im Namen ihrer gemeinsam gegründeten Company, dem Out Innerspace Dance Theatre, widerspiegelt.
Was sie umtreibt, sind die Dynamiken innerer Räume und ihre mannigfache Formwerdung im Tanz.
Stehen sie selbst auf der Bühne, tauchen sie förmlich in die Bewegung ein und erfüllen die wildesten und wundervollsten Figuren mit Leben. Kein Wunder, dass Crystal Pite, ebenfalls aus Vancouver, sich das Duo für die jüngsten Produktionen ihrer Kompanie Kidd Pivot – «Betroffenheit» und «Revisor» – an Land gezogen hat. Wenn Raymond und Tregarthen choreografieren, wenden sie eine Reihe von Improvisationstechniken an, um die Fantasie ihrer Tänzer*innen freizusetzen, gern unter Einbeziehung suggestiver Requisiten. Im Falle von «Strange Attractor», ihrem im vergangenen Jahr für ...
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Tanz Februar 2023
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Kaija Pepper
Die Hütte brennt: Skandale an Ballettschulen, Belästigungen durch Leitungspersonal in den Kompanien, Geringschätzung von Tänzern, Mobbing, Bodyshaming, MeToo, Blackfacing – das Ballett gibt derzeit in der Öffentlichkeit ein Bild des Schreckens ab. Die Schlagworte fliegen den Tanzschaffenden nur so um die Ohren, kulminierend in der Frage, ob man das alles überhaupt...
On tour
«West Side Story», Neuinszenierung des Bernstein-Musicals (tanz 12/22): Baden-Baden, Festspielhaus, 7.–12. Febr.; Leipzig, Oper, 14.–19. Febr.; Bremen, Metropol-Theater, 15.–19. März; www.westsidestory.de
Augsburg Theater «Kontraste»: «Man and Honeymoon in New York City» von Michael Ostenrath und «Frame of View» von Didy Veldman. brechtbühne im Gaswerk,...
Es beginnt langsam, beinahe ehrfürchtig. Der Pianist Patrik Hévr eröffnet mit der Aria die «Goldberg»-Variationen. Fast noch getragener spielt er als Glenn Gould in seiner späten Einspielung dieses ikonischen Werks. Eine Art Ikone schafft mit diesem Abend auch Goyo Montero in Nürnberg. Seit 15 Jahren ist er hier Ballettchef, gerade hat er seinen Vertrag bis 2028...
