köln: anja kolacek...
...und Marc Leßle halten die Kölner auf Trab. Nach dem Tanzhaus interim, das die Szene als einen unlauteren Vorstoß gegen die Realisierung eines eigenen Tanzhauses ansah – ohne dass irgendjemand das endlich mal wahr macht –, sind die beiden Avantgardisten schon wieder fündig geworden, diesmal im Stadtteil Deutz. Ein «Zentralwerk der Schönen Künste» nennen sie ihren Performanceort, und der verzichtet, weil sie so heftig geprügelt wurden, auf Spartengrenzen. Etwas trotzig heißt es dennoch, die «Schwerpunkte liegen beim Tanz und der jungen Szene».
In der ehemaligen Hauptverwaltung der Klöckner-Humboldt-Deutz-Werke öffnen sie die Pforten am 18. Juni, ganz programmatisch. Ihr Motto lautet: «Tretet ein, denn auch hier sind Götter!», was den Katholiken in Köln sehr gut gefallen wird, zumal die beiden «eine Messe mit alten und vielleicht zukünftigen Ritualen» und «Exerzitien der manchmal anderen Art» abhalten wollen, um «im schlimmsten Falle eine neue uncommode Religion» zu gründen – nämlich die eines unfehlbaren Tanzglaubens, der trotz oder wegen Verfolgung durch Politiker und Provinzler, durch ältere Kollegen und uralte Ressentiments sich durchsetzen wird: Tanz ist in Köln vor allem ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: menschen, Seite 28
von Arnd Wesemann
...gebürtiger Schweizer, ist in den Ritterstand des Ordens von Oranien-Nassau erhoben worden. Der Leiter des Festivals «Holland Dance» und Ko-Rektor der Rotterdamer Dansacademie wurde so mit der höchsten niederländischen Auszeichnung bedacht. Vor 26 Jahren erwarb er die niederländische Staatsbürgerschaft, hat aber trotzdem bis 2010 das Schweizer Festival «Steps»...
Ihr Workshop bei der diesjährigen «Tanzwerkstatt Europa» läuft unter dem Titel «Ethik einer Bewegung». Was kann man sich darunter vorstellen?
Mich fasziniert die Figur der Antigone, weil es unmöglich ist, sie heute darzustellen. Ausgehend von dieser Figur bin ich auf Jacques Lacan und die Frage des Begehrens gestoßen. Das Begehren und die Ethik sind für Lacan zwei...
Dies ist der Sommer der Flashmobs. Ob zum Tag des Tanzes in Berlin, ob eine «BollyHop»-Parade wie eben in Wien, ob zum «Eurovision Song Contest» in Düsseldorf – nirgendwo fehlt er, der Massenauflauf der Menschen, die zum gleichen Schritt den Puls der Welt spüren, die Energie der Menge und die Lust im Schwarm. Oder im Rudel. Je nachdem. Einst von Michel Reilhac als...
