klassischer tanz vs. improvisation
Peter Jarchow: Gleich mal grundsätzlich: Für mich ist der improvisierende Balletttänzer ein Widerspruch in sich, weil Improvisation im klassischen Tanz unerwünscht ist. Wenn einer im Ballett-Training improvisiert, werden die Pädagogen sehr böse. Umgekehrt gilt das Gleiche: Wenn im Improvisationsunterricht einer anfängt, mit Tendus zu arbeiten, gibt's Ärger. Trotzdem haben viele Pädagogen kapiert, dass derjenige der bessere klassische Tänzer ist, der auch improvisieren kann.
Martin Puttke: Aber wozu dient denn Improvisation? Zur Entwicklung von Kreativität? Was heißt denn überhaupt: kreativ? Wir müssen nicht nur im Tanz, wir müssen permanent kreativ sein, uns auf veränderte Umstände einstellen. Ich meine, dass harmonische Systeme unfähig sind zur Kreativität, sie drängen nicht zur Veränderung und schalten jeden Widerspruch aus. Dass man also im klassischen Ausbildungssystem die Improvisation nicht vorrangig verwendet, hat einen Grund.
Peter Jarchow: Weil das Ballett so harmonisch ist?
Martin Puttke: Weil das Ballett als ein relativ in sich geschlossenes System Veränderungen nicht zulässt. Daher kommen auch all die his-torischen Zerwürfnisse zwischen Dresden und Berlin, also Palucca ...
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Tanz August 2012
Rubrik: praxis, Seite 98
von Arnd Wesemann
Links macht der Musiker Hahn Rowe sich an Gitarre, Geige, Mundharmonika, Elektronik und Blech zu schaffen. Auf der anderen Seite sitzt ein Stummer und wartet: Daniele Albanese. Nennen wir ihn: den Assistenten. Denn um die «Snakeskins», die Schlangenhäute, abstreifen zu können, braucht auch die Schlange einen Widerstand außerhalb ihres Körpers. Und die leere Hülle...
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london: pawlowa total
Vor hundert Jahren ließ sich Ihre Majestät, die Königin der sterbenden Schwäne, Anna Pawlowa, im Londoner Ivy House nieder – für die englische Hauptstadt Grund genug, sie jetzt ein ganzes Jahr lang zu feiern. Im Ivy House, heute Sitz des Jüdischen Kulturzentrums der Metropole, gibt es eine Ausstellung zu sehen, im August...
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