John Cranko: «Carmen»
Eben noch ist Sue Jin Kang einen leidvollen Bühnentod gestorben, schon nimmt die Erste Solistin des Stuttgarter Balletts, die sonst derart tief in ihre tragischen Rollen eintaucht, dass ihr der Weg zurück in die Realität schwerfällt, lachend den Schlussapplaus entgegen. In der zurückliegenden Stunde im Opernhaus hatten zwei Leichen ihren Weg gesäumt, sie die große Liebe gefunden und wieder verspielt.
Das sind die Zutaten für ein Ballettdrama à la Cranko. Seine «Carmen» von 1971 ist verblüffend anders als die Seelenstudien, die den Choreografen berühmt machten.
Was wir sehen, ist eine soziologische Versuchsanordnung: Zwei Außenseiter – die Zigeunerin Carmen und der Baske Don José – hadern mit ihrer Umwelt. Carmen ist «in meiner Interpretation eine Außenstehende, eine Zigeunerin innerhalb der spanischen Gesellschaft, und dadurch stellt sich das Ganze für mich als ein soziologisches Prob-lem dar, das ich mit der Situation einer Schwarzen inmitten einer weißen Gemeinschaft vergleichen möchte, mit der eines jüdischen Mädchens zur Zeit des Nazi-Regimes», sagte Cranko damals vor der Uraufführung.
Dass diese Figuren mit nur wenigen Schattierungen gezeichnet sind, liegt nicht nur an den ...
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