Ismael Ivo

Östlich der Elbe

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Ismael Ivo gibt sich göttlich. Ein güldnes Sonnensymbol auf dem nackten Rücken, steigt er herunter aus seinem Olymp, und Lorbeerkranz gleich umwinden seine Hände das eigene Haupt: ein schwarzer Apoll, der sich aus der neobarocken Kuppel der Eingangshalle herablässt, um das neu eröffnete Berliner Bode-Museum nicht als ein «Apollon musagète» zu weihen, sondern als Allmächtiger. «Apollo und Hyacinth» heißt das lateinische Intermedium, das der 11-jährige Mozart 1767 komponiert hat.

Dem Titel zum Trotz erzählt es uns weniger vom Jüngling, der sich nach seinem Tod in die gleichnamige Blume verwandelt, als von dessen Schwester Melia, die sich der Gunst des Gottes erfreut. In den hohen Hallen verkörpert Bettina Bölkow, mit Yui Kawaguchi alternierend, die Königstochter mit nobler Allüre. Ismael Ivo und Oren Lazovski lassen dagegen ihrer Leidenschaft freien Lauf, wälzen sich entweder konvulsiv auf dem grasbedeckten Catwalk oder verbeißen sich in den einen rotbäckigen Apfel: eine symbolkräftige, letzten Endes eher skulpturale Szene, die an Fotos Robert Mapplethorpes erinnert, den Ivo auf die erwartete Weise zitiert – den aufgereckten Stengel der Hyazinthenblüte wie einen erigierten Penis so ...

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Tanz Februar 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 38
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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