Innerlichkeit
Man hat ihn gern einen «Wanderer zwischen den Welten» genannt, und dabei eher an seine Herkunft gedacht und was er vor allem in Europa geschaffen hat. Aber in Glen Tetley verkörpern sich noch ganz andere Gegensätzlichkeiten als die zwischen Neuer und Alter Welt. Als angehender Mediziner empfiehlt er sich zunächst als Mann der Wissenschaft, bevor er relativ spät, aber nicht zu spät seiner eigentlichen Berufung folgt und Tanzunterricht nimmt. Kennengelernt hat man ihn hierzulande erst einmal als typischen Vertreter des Modern Dance amerikanischer Prägung.
Um ein paar Jahre danach mitzuerleben, wie er bei «Threshold» an der Hamburgischen Staatsoper nicht nur im wörtlichen Sinne über die Schwelle tritt, sondern erstmals seinen Tanz konsequent auf Spitze hebt. Immerhin hat schon Alban Berg das von Tetley interpretierte Violinkonzert dem «Andenken eines Engels» gewidmet.
Rasante Aufwärtskurve
Doch der Reihe nach. Geboren wird Glenford Andrew Tetley jr., wie er offiziell heißt, am 3. Februar 1926 in Cleveland, Ohio. Sein Berufsziel scheint klar: Zahnmedizin. Erste Vorbereitungskurse sind bereits erfolgreich absolviert, als eine Aufführung von Antony Tudors «Romeo and Juliet» sein Leben ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2026
Rubrik: Traditionen, Seite 60
von Hartmut Regitz
Christian Spuck, Intendant des Staatsballett Berlin, kommt mit wenig aus: Schreibtisch, Couchecke, Beistelltischchen – ein hübsches und hübsch übersichtliches Büro in der Deutschen Oper. Sein heutiger Gast kennt die Räume schon lange: Gabriele Brandstetter, die Doyenne der bundesdeutschen Tanzwissenschaft, hat hier manche Kooperation von Freier Universität und...
Eine zeitgenössische Ballett-Performance, die der Gewaltlosigkeit in der Welt gewidmet ist, mag auf den ersten Blick zu der zynischen Verfassung passen, in der sich eben diese Welt befindet – nichts als ein künstlerischer, verträumtfrommer Wunsch? Oder bloß eine catchy Marketing-Phrase? Doch im Laufe des Abends löst sich diese Phrase mehr und mehr von der...
Als Hans van Manen am 17. Dezember 2025 verstarb, war das ein Schock – für die Tanzwelt, für seine Freund*innen in aller Welt und auch für mich. Wer ihn – auch in den letzten Jahren in seinem hohen Alter – erlebt hatte, konnte sich nicht vorstellen, dass er irgendwann nicht mehr da sein würde. Wenn ich Hans van Manen zusammen mit seinem langjährigen Partner und...
