Innerlichkeit

Stütze des Stuttgarter Ballett nach John Crankos Tod, später Notfallhelfer fürs National Ballet of Canada: Glen Tetley – kein Machtmensch, aber ein herausragender Choreograf. Anlässlich seines 100. Geburtstags erinnert Hartmut Regitz an ihn

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Man hat ihn gern einen «Wanderer zwischen den Welten» genannt, und dabei eher an seine Herkunft gedacht und was er vor allem in Europa geschaffen hat. Aber in Glen Tetley verkörpern sich noch ganz andere Gegensätzlichkeiten als die zwischen Neuer und Alter Welt. Als angehender Mediziner empfiehlt er sich zunächst als Mann der Wissenschaft, bevor er relativ spät, aber nicht zu spät seiner eigentlichen Berufung folgt und Tanzunterricht nimmt. Kennengelernt hat man ihn hierzulande erst einmal als typischen Vertreter des Modern Dance amerikanischer Prägung.

Um ein paar Jahre danach mitzuerleben, wie er bei «Threshold» an der Hamburgischen Staatsoper nicht nur im wörtlichen Sinne über die Schwelle tritt, sondern erstmals seinen Tanz konsequent auf Spitze hebt. Immerhin hat schon Alban Berg das von Tetley interpretierte Violinkonzert dem «Andenken eines Engels» gewidmet.

Rasante Aufwärtskurve
Doch der Reihe nach. Geboren wird Glenford Andrew Tetley jr., wie er offiziell heißt, am 3. Februar 1926 in Cleveland, Ohio. Sein Berufsziel scheint klar: Zahnmedizin. Erste Vorbereitungskurse sind bereits erfolgreich absolviert, als eine Aufführung von Antony Tudors «Romeo and Juliet» sein Leben ...

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Tanz Februar 2026
Rubrik: Traditionen, Seite 60
von Hartmut Regitz

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