Infinity Rooms
Hot Pink – das Museum steht in Flammen. Feuertentakel mit großen schwarzen Punkten winden sich aus dem Boden des Atriums. Die Installation ist das spektakuläre Entree zur Retrospektive einer großen Nachkriegsavantgardistin im Berliner Gropiusbau: Yayoi Kusama. Die Ausstellung hat einen interessanten Zugang: Sie setzt acht Shows der 92-jährigen japanischen Künstlerin neu zusammen, die Wendepunkte in ihrer Karriere markieren. Es ist eine großartige Einführung in ihren Werdegang, ihren intuitiven, sehr körperlichen Prozess und zeigt das ganze Spektrum ihres obsessiv-kreativen Output.
Dieses Eintauchen in Kusamas Werk ist eine Freude für die Sinne, bietet aber wenig Zuflucht vor eigenen Ängsten oder den Überforderungen der Realität draußen. In der für sie künstlerisch wohl wichtigsten Zeit im New York der 1960er-Jahre entstehen die berühmten Unendlichkeitsnetze und -räume. Deren Quelle und Gegenstand sind Leiden und Ängste: die Halluzinationen, die die Grenzen von Realität verwischen und die Kusama seit ihrer Kindheit durchlebt, und die Krankheit – obsessive Zwangsstörungen. Setzt sich ein Gedanke fest, wird sie ihn nicht mehr los. Sie malt und inszeniert das, wovor sie Angst hat: ...
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Tanz Juni 2021
Rubrik: Bewegung, Seite 6
von Marina Dafova
Die Deutsche Theatertechnische Gesellschaft (DTHG) vergibt abermals Fördermittel aus dem Neustart-Paket der Bunderegierung. Wieviel, an wen, wofür und was uns im Sommer erwartet, das haben wir den Vorstandsvorsitzenden Wesko Rohde gefragt.
Was ist die DTHG?
Ein 1907 gegründeter Berufsfachverband, der technische Innovation vom Künstlerischen her denkt. Wir haben...
MODERNER TANZ
Frank-Manuel Peter, der Moderne Tanz ist für eine der drei internationalen Unesco-Listen des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen worden. Als Leiter des Deutschen Tanzarchivs begrüßen Sie zweifellos diese Nominierung.
Selbstverständlich.
Voraussetzung für die internationale Nominierung ist der 2014 erfolgte Eintrag ins bundesweite, also nationale...
Christian Spuck, Virginia Woolfs Roman «Orlando» ist 1928 erschienen – ein Meilenstein der Queerness wie der literarischen Avantgarde. War der Stoff Ihr eigener Wunsch?
Ja, ich habe seit Langem mit dem Gedanken an ein Ballett zu «Orlando» gespielt und das dann Ballettdirektor Makhar Vaziev vorgeschlagen. Ich wusste, dass das auf Schwierigkeiten stoßen könnte, weil...
