Inbal Pinto, Javier Rodríguez Cobos «Seeing Within Sight»
Wenn die Gegenwart schwer zu ertragen ist und die Zukunft dunkel scheint, zieht Inbal Pinto eine rosarote Brille an. Das sagt sie im Programmheft zu «Salty Pink», kreiert mit dem Tanzensemble des Luzerner Theaters. Und gleicht damit all jenen Menschen, die sich, oft auch wider besseres Wissen, dem Schwarzsehen verweigern – um Gutes zu schaffen. In Zeiten wie den unseren geht die Israelin in den Zirkus: Ein altes Grammofon gibt den Ton an, eine Glühbirnenkette das Licht.
Dazu zwei Clowns und eine alte Frau, die ihnen übel mitspielt – was braucht es mehr, um zu begreifen? Die wirren Blondschöpfe in rosa gestreiften Hosen, die Tutu-Feen, die von der Alten wie zwei bockige Bolonkas an der Leine geführt werden, die Damen, die in Rüschenhöschen und Grannyblusen ihre Hintern schwingen – die skurrilen Figuren erinnern in ihrer Poesie an Fellinis «La Strada» oder an das Choreografische Theater des Pavel Mikuláštik, der in den 1990er Jahren «La Strada» auf die Freiburger Tanzbühne gebracht hatte. Dann aber fasst die Choreografin die Kasper zusammen, lässt sie aufmarschieren, in scheinbar etwas aus den Fugen geratener Synchronizität, und das Schöne ist auch hier nichts als des Schrecklichen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2025
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Lilo Weber
Deutschland
Aachen
Fabrik Stahlbau Strang Die 30. Ausgabe des «schrit_tmacher Festivals», auch in Heerlen, Eupen und Kerkrade (siehe Highlights). Vom 11. März bis 13. April: «Myokine», hypnotische Tanzperformance der kanadischen Choreografin Anne Plamondon. 20.–23. März Premiere In «Power Moves – Restage» von Choreograf Fabien Prioville treffen urbane Tänzer*innen...
Die Theatergemeinschaft Plauen-Zwickau ist in Bedrängnis. Es fehlt an Geld, der Freistaat Sachsen muss sich mehr committen, um das Fünfspartenhaus – Tanz, Oper, Schauspiel, Jugendtheater, Konzert – in seiner Substanz zu erhalten. Was dringlich anzuraten ist, wie sich nach Besichtigung der jüngsten Produktion von Ballettchef Sergei Vanaev sagen lässt. Zur...
«Woher diese Buhrufe?» Das fragt sich der Leitende Kulturredakteur einer nicht eben unbedeutenden Tageszeitung nach dem Besuch eines Stuttgarter Ballettabends. Und er bezieht sich dabei nicht etwa auf die aktuelle Aufführung «Mahler X Drei Meister», die mit einem rekonstruierten «Auszug» aus dem Ballett «Spuren» endet, der letzten Choreografie John Crankos. Nein,...
