In der Mühle

Tanz - Logo

Stepper, Laufband, Ergometer – jeder kennt die schweißtreibenden Optimierungs-Apparaturen, an denen fitnessbewusste Naturen ihre Körper knechten. Aber haben Sie schon mal von der «Euphemismus-Tretmühle» gehört? Klingt ebenfalls nach Anstrengung. Und irgendwie auch nach Ausweglosigkeit. 

Den Begriff verdanken wir dem auf Psycholinguisik spezialisierten, in Kanada gebürtigen Sprachwissenschaftler Steven Pinker, der ihn erstmals in seinem Buch «The Blank Slate» (2003) prägte.

Dort bezeichnet der Harvard-Professor mit «euphemism treadmill» einen Prozess, bei dem ein neues Wort, das als Ersatz für eine bisherige, mittlerweile als verletzend empfundene Bezeichnung eingeführt wird, allmählich selbst eine negative – d. h. von der bezeichneten Gruppe als abwertend empfundene – Konnotation erfährt. Um schließlich, wenn der Zeitgeist es so will, abermals ausgemustert und ausgetauscht zu werden. Treffliche Beispiele, die bereits mehrfach durch die Mühle gedreht wurden: «Homo», «Asylant», «Neger», «Krüppel» ... Darf man diese Wörter überhaupt noch in den Mund nehmen? Allenfalls, so scheint es, wenn man selbst der in Rede -stehenden Gruppe angehört.

Im Duden ist der Eintrag zum Substantiv ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2020
Rubrik: Warm-up, Seite 1
von Marc Staudacher

Weitere Beiträge
CD, DVD, Buch 1/20

CD des Monats: Beethoven meets Cuba

Das Booklet kennt nur einen einzigen Komponisten: Ludwig van Beet-hoven. Der allerdings würde sich wundern, wie sich seine Werke ohne sein Zutun weiterentwickelt haben. Sein Klavierstück «Für Elise» maskiert sich hier nicht mehr als «Afrolise» wie noch auf einem der ersten Alben von Klazz Brothers & Cuba Percussion, sondern...

Düsseldorf: J. Kylián, M. Graham, M. Schläpfer «b.41»

Er ist einer, der immer schon ganz woanders ist als man ihn vermutet. In seiner Ära als Direktor des Ballett am Rhein war Martin Schläpfer verblüffend bescheiden, als ihn eine -gewaltige Welle des Erfolgs hochspülte. Er war wütend, als doch alles rund lief. Nachsichtig, als man ihn verletzt wähnte. So aufmerksam und sensibel als Mensch, so stur und unberechenbar...

Unter Polizeischutz: Schwules Kino in Georgien

Vor den Kinos flogen Steine und Feuer--werkskörper. Mehrere hundert Protestierende skandierten «Schande!» und «Lang lebe Georgien!». Nach massiven Polizeieinsätzen wurden 27 Personen festgenommen, es gab Verletzte.

Der Hintergrund: die georgische Premieren-Serie des Kinofilms «And Then We Danced» in fünf Städten der Kaukasusrepublik im zurückliegenden November....