im kino: leave it on the floor

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leave it on the floor
«Sie hieß Eppie!» – «Nein, sein Name war Shawn!» – «Sie lebte als eine unter uns!» – «Nein, mein Sohn verließ uns, und ich ließ ihn laufen ...». Zwei Familien versuchen sich mit diesen Worten in der Kirche gegenseitig niederzusingen, Anlass ist die Trauerfeier für die Tote/den Toten in ihrer Mitte. Eppie hat als Frau gelebt und wird als Mann bestattet.

In dieser Szene liegt der brisanteste Sprengstoff von «Leave It on the Floor»: Begehren und Seelenverwandtschaft können nicht zusammenfinden, wo Lebensentwürfe die heterosexuelle Norm der amerikanischen Mehrheitsgesellschaft verletzen.

Dagegen wirken die Wettbewerbe verschiedener Gruppen der Ball-Voguing-Szene in Los Angeles geradezu harmlos. Hemmungslos werfen sich deren Mitglieder in die überladensten Kostüme und ziehen eine exakt durchchoreografierte Show nach der anderen ab, um die Gegner im heißesten Posieren zu übertreffen. Ein herzerfrischendes Vergnügen, wie selbstverständlich Körper in Frauenfummel oder Machokluft schlüpfen, sich im Tanz ausdrücken und einander berühren können. Auch die zarte Annäherung zwischen den jungen Protagonisten Brad Lyle und Carter Eminence verlangt nach ...

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Tanz Oktober 2012
Rubrik: medien, Seite 62
von Franziska Buhre

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